Sonntag, 11. Oktober 2020

Aus der Hexenküche

 Mit Rezepten halte ich mich zurück. Ich liebe es zu kochen. Ich habe sogar diverse Kochbücher. ABER ich hasse es nach Rezepten einkaufen zu gehen. Ich finde, es gibt nichts schlimmeres. Meist lasse ich mich einfach inspirieren und weiß vorher nur in etwa, was am Ende bei rauskommt. Ein zweites Mal kochen ist da nahezu ausgeschlossen. Inzwischen verstehe ich meine Uroma an der Stelle deutlich besser: Nimm eine Prise hiervon, ein großen Klecks davon, ein Hauch das und nach Gefühl das - Ja, Oma du hast recht! so koche ich auch! *Ich liebe dich!*

Dieses Mal ist es was anderes. Wir waren im Juni im Freizeitpark gewesen. Am Ende hat jedes Kind einen dicken fetten Lutscher bekommen. Ich kaufe sowas ja eigentlich nie. Ich finde das viel zu teuer und außerdem entschieden zu groß. Aber gut, Ausnahmen bestätigen die Regel. Beide haben sich sehr gefreut. Der Prinz hat seinen auch ein gutes Stück weit gelutscht, aber der Prinzessin hat es nicht geschmeckt. 


Da kam mir die Idee von Nimm 2 Likör. Das muß doch auch mit Lutscher gehen.... Denke ich noch und fange schon an, die Reste mit dem Hammer zu zerkleinern. Einen guten Schluck Wasser dazu, warmwerden lassen, damit sich das Kleckerzeug auch wirklich auflösen kann. Dann "Ablöschen" mit Vodka.


Das sieht so .... künstlich ....  aus!

Mit ein wenig Eis war es dann einigermaßen genießbar. Der Kunstgeschmack ist allerdings geblieben. Eine Lehre - nie wieder gigantische Lutscher.



Samstag, 10. Oktober 2020

Eule

Meine Kinder müssen in die Ganztagsschule gehen.

Ich habe mich so schwer mit der Entscheidung getan:

  • 8 Stunden Schule
  • 8 Stunden Klassenkameraden
  • 8 Stunden von daheim weg
  • 8 Stunden Vollgas

Aber es funktioniert leider gar nicht wirklich anders. Geld muss von meinem Mann und von mir fließen. Selbst, wenn wir uns aufteilen und er die Kinder in die Schule bringt und ich sie abholen. Und ich in der Zeit jeden Morgen um 7 Uhr anfange zu arbeiten, müsste ich um 11:20 gehen, damit ich pünktlich um 11:55 Uhr an der Schule stehe, wenn Schule aus ist.

Nun gab es ja im letzten Jahr zur Anmeldung einen Elternabend. Da wurde dann erzählt, dass die Kinder nach der Schule zum Essen gehen und danach eine Spielzeit haben und anschließend eine Lernzeit (Hausaufgaben), ehe es dann für die erste und zweite Klasse für 2 Stunden in den Nachmittag geht. Dritte und vierte Klasse haben hier nur eine Stunde, weil sie eine Stunde mehr Unterricht haben. Der Nachmittag sollte dann gefüllt sein mit Musik, Bücherei, Sport, kreatives, freies Spiel, lesen, puzzeln, Geschichten, Garten, Theater, Tischtennis, ... 

Nach gründlichem Hin und Her haben wir beide Kinder verbindlich für die Ganztagsschule angemeldet. 

Dann kam Corona - so wirklich AG´s und Sport finden nicht statt. Beide Kinder "hassen" die letzte "Schulstunde", weil oft halt mit den gleichen Lehrern gebastelt wird. Es ist für sie gar nicht als "Freizeit" in dem Sinne erkennbar.

Die Prinzessin hasst zudem das Mittagessen. Anfangs sagte sie, sie kann dort nicht essen, weil sie nicht weiß, wo das Wasser herkommt. Später erzählte sie mir oft, dass sie da noch keinen Hunger hatte. Ich weiß es nicht. Inzwischen ist es dann aber doch schon passiert, dass sie mal den Nachtisch gegessen hat oder eine Pommes oder eine Nudel ohne Sosse. Ich hoffe sehr, dass es besser wird. Ohne Mittagessen zieht sich der Nachmittag ja noch mehr hin.

Ach ja,.... Wie kam ich denn jetzt darauf? Ich wollte doch eigentlich nur von dem diy-Projekt vom Schulnachmittag schreiben - eigentlich ganz kurz: Nur mal das Bild. 6 Jahre ist die Prinzessin und hat die Eule ganz allein hinbekommen. Ich bin sehr stolz auf sie. Sie boxt sich durch und wird ihren Weg gehen. Die ersten Freundinnen hat sich auch schon an der Schule gefunden - läuft.

Vielleicht ist die Eule noch nicht perfekt - aber wer ist das schon. und ansonsten ist sie eindeutig von den Farben meiner Prinzessin zuzuordnen.


Freitag, 9. Oktober 2020

Apfeltasche

Die Klasse von der Prinzessin hat gerade den Apfel durchgenommen. Sie haben einen Ausflug zum Apfelbauern gemacht. Sie durften einen Apfel pflücken und essen. Sie haben viel über den Apfel gehört und Bilder dazu gemalt. 

Zum Abschluss haben sie sich Apfeltaschen gebastelt.

Die Prinzessin hat mir ganz stolz erklärt, dass die Tasche mit nur einem Apfel gestempelt worden ist. Und dass sie sich die Farben selbst aussuchen konnte.

Hat sie wirklich gut gemacht. 



Mittwoch, 7. Oktober 2020

Neongelb

Dank Corona hat sich einiges geändert. 

Und nicht alles davon ist schlecht. Ich habe schon vor Corona angefangen mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, aber zu viel Sonne, zu viel Wind, zu früh, zu dunkel,.... ach ja... Mit Ausreden kenne ich mich aus.....

Seit Ende April fahre ich also regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit. Vorher war ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Einmal bin ich seitdem erst mit dem Auto gefahren, einmal habe ich mich fahren lassen *lach*. 

 Ansonsten genieße ich es so unabhängig zu sein 

  • kein Gehetze, um noch die Straßenbahn zu erwischen
  • keine weiten Wege (Haus - Straßenbahn knapp 1km; Straßenbahn - Arbeit mehr als 1km; täglich 4km latschen!)
  • keine Wartezeiten, weil der Bus oder die Straßenbahn ausfällt oder zu spät kommt
  • kein Gedränge, weil die Schulkinder gleichzeitig mit mir Schluss haben und heim wollen
  • mal auf Arbeit etwas schnell zu Ende bringen und 5 Minuten später losgehen, kein Problem
  • morgens noch kurz kuscheln - ohne Zeitdruck

Ich grusel mich ja schon ein wenig davor, wenn ich diese Freiheiten wieder aufgeben muss. Ich bin viel zu faul (Klingt das nicht lächerlich?) wieder in die Öffis zu müssen. Mal ganz abgesehen davon, dass Radfahren meine Meditation ist!

 

Tja, und da ich leider auch eine Frostbeule bin, habe ich mich im September mit neuen Radfahrklamotten ausgestattet. Da es in meiner Größe nur gedeckte Farben gibt (das wollen "starke" Frauen so), bin ich auf Männerklamotten umgestiegen. Denn ich bin  felsenfest der Meinung, mit den Klamotten möchte ich sichtbar sein für die anderen Verkehrsteilnehmer.

So gab es 

Das einzige Bild in neuer Montur und ich habe eine kurze Hose an!

  • eine neonfarbende Jacke - mit langen Ärmeln und Reflektoren
  • einen neonfarbenden Helm mit Licht
  • neue neonfarbende Mütze für unter den Helm
  • Neonfarbende Winterhandschuhe
  • Softshellschuhe mit Reflektore 
  • Langärmliges Funktionsunterhemd
  • Radfahrhose, gefüttert, mit neonfarbenden Akzent und
  • sogar noch eine Regenhose
  • übrigens: mein uralt Rucksack passt ebenfalls farblich zum neuen Outfit

 

Mein neuer Helm


Ich muss sagen, bis 5Grad in der früh gingen die Temperaturen schon zurück. Aber die Klamotten haben mich ganz gut warm gehalten - vor allem auf den ersten 3km, bei denen es quasi nur bergab geht. Gesicht ist halt nicht geschützt.  

Mal sehen, wie lange ich noch durchhalten werde. Es gibt ja nichts schlimmeres für mich als nass, kalt und dunkel. Mit einer Kategorie komme ich ja noch klar, aber wenn zwei oder gar alle Kategorien aufeinander treffen, .... oh oh!

Heute auf dem Heimweg habe ich dann mal nass ausprobiert. OK, feucht. Es waren zwar ein paar Tropfen, aber so richtig fies war es nicht. Ich habe es überlebt.


Letze Woche musste ich nach der Arbeit zu einem Termin. Mein Mann hat mich abgeholt und das hat alles länger gedauert, so blieb das Rad über Nacht auf der Arbeit stehen und ich bin den nächsten Morgen mit der Straßenbahn gefahren. Ich wusste, dass ich unbedingt vor den Schulkindern in der Straßenbahn sitzen möchte (ich sage nur Abstand!), ich konnte kaum richtig schlafen. Dann wieder die Hektik zur Haltestelle. Um dann 24 Minuten in der Straßenbahn nichts machen zu können. Nicht einmal raus schauen geht, weil alles dunkel war. Also Augen zu gedrückt und entspannt durch die Maske geatmet. Kaum am Hauptbahnhof - Aussteigen, Menschen, und wieder in Hektik laufen. Die Phasen sind mir zu krass, hektisch laufen, dusslig rumsitzen, hektisch laufen und auf Arbeit kommt es immer auf den Tag an, mal kommt man kaum vom Stuhl und mal schafft man es nicht lange auf dem Stuhl zu bleiben. 

Morgens um 6:38 Uhr in der Straßenbahn




Dienstag, 6. Oktober 2020

U-Heft-Hülle

Inzwischen bin ich in dem Alter angekommen, wo man Freunde hat, die entweder keine Kinder wollen oder aber bereits fertig sind mit der Familienplanung. Derzeit also keine Babysachen....

Und dann hat mich meine Freundin überrascht, ein Silvesterrakete in ihrem Bauch. Angezählt war ihr drittes Baby zum Geburtstag von meinem Prinzen, allerdings musste er eher geholt werden, weil die anderen Jungs leider mit Kaiserschnitt geholt werden mussten.

Ich konnte nicht anders: Ganz schnell habe ich für Junior 3 eine U-Heft-Hülle genäht.


Und damit kann ich endlich wieder zum Creadienstag und zu HoT.

Montag, 5. Oktober 2020

Das Lochmonster hat zugeschlagen

Die Prinzessin trägt mit viel Stolz die Klamotten ihrer Cousine auf. Nachhaltiger geht kaum. Leider halten nicht alle Sachen den Beanspruchungen des zweiten (teilweise auch des dritten) Kindes stand. Dann und wann muss etwas aussortiert - oder aber  - in ein Einzelstück verwandelt werden.

So wie diese Leggins.

 
Ich war ja ein wenig faul, die Seitennaht aufzutrennen. Und meine "Hexenspucke" habe ich auch mal wieder nicht auf Anhieb gefunden. Geklappt hat es dennoch. Und das in der Backofenzeit der Pommes - ich Dummerchen habe nur nicht dran gedacht, dass der Fisch ja auch noch in Pfanne musste - sei´s drum - ganz ist ganz und die Pommes haben auf den Fisch gewartet und wurden dennoch zusammen verspeist.

Geburtstagsmotto: Anwalt

 BÄM - da hat der Prinz mir dieses Jahr aber eine harte Nuss zugespielt. Er wünscht sich einen Anwaltsgeburtstag. Was soll man denn nur da machen? Zumal der Prinz bis aufs Blut Knöpfe hasst und im Leben kein Hemd tragen wird.

Also habe ich ein wenig nachgebohrt. Der Anwaltswunsch kommt von "Rufus T. Feuerflieg". Und hier mache ich jetzt auch mal ein wenig Werbung ohne Auftrag. Rufus T. Feuerflieg ist ein Anwalt für Übernatürliches. Die Figur wird von Wigald Boning gesprochen, mit unglaublicher Geschwindigkeit und Wortwitz. Logo, Wortwitz kommt bei meinem Sprachgenie richtig gut an. Er kann sich dabei weglachen - oder auch am Abend einschlafen - lachend einschlafen sozusagen.

OK - ein Anwalt, der phantastische Fälle mit Gnomen erlebt. Und wir sind kurz vor Halloween. Aber auch noch mitten in der Corona-Pandemie. Nun mach was draus, Mama!

Habe ich!

 Aber zuerst gibt es das obligatorische Geburtstagstischfoto:

Also, es gab dieses Jahr keine Einladung zum Geburtstag, sondern eine Einladung zur Arbeitsgruppensitzung in der Anwaltskanzlei CH Becker & Partner. Und es gab eine strikte Tagesordnung, die es einzuhalten gab.

Die "Partner" konnten am Eingang erstmal ihr "Büroschild" sehen.


Der erste Tagesordnungspunkt sah Tee und trockenen Kuchen vor. Tee wollte dann doch keiner. Der Prinz hat sich ganz schrecklich doll Erdbeerkuchen gewünscht. Erdbeeren im Oktober *mhm*, so war ich "gezwungen" eine Erdbeertorte zu kaufen. Auch nicht schlecht. Dazu gab es dann noch Monster-Muffins und einen sich selbstauffüllenden Süßkramteller (HEILIGER - unserer Kinder werden wohl von allen Eltern an der ganz kurzen Leine gehalten. Ich habe keine Ahnung, wieviel"Süß" ich nachgelegt habe - hoffentlich hat kein Kind davon Bauchweh bekommen!).


Auch der Tisch war stillecht gedeckt. Totenkopfteller und -becher. Gar nicht mehr "kindermäßig" am Kindertisch, sondern am großen - mit Lederstühlen. Aber mit 8 bis 10 Jahren geht es auch schoon nicht mehr anders.

Nach dem Essen begann der Wettlauf mit der Zeit. Da ich jetzt eh schon einmal Werbung in eigener Sache gemacht habe, mache ich auch gleich hierfür Werbung. Der Kinderbuchautor Thilo Petry-Lassak hat sich während des Lockdown einen Espace-Room für daheim ausgedacht. Für daheim. Mit geringem Vorbereitungsaufwand und wie ich jetzt weiß: Mit viel Spaß! Wer das selbst ausprobieren möchte, kann sich alles auf ThiLos Guter Seite ansehen. Es geht um einen gefährlichen Virus, um einen verrückten Wissenschaftler und einem Gegenmittel. Die Partygäste mussten also quasi nichts weiter tun, als die Welt zu retten und hatten hierfür 90 Minuten Zeit. Das schöne ist, auch derjenige, der der Spiel vorbereitet, weiß quasi nichts und kann miträtseln.

Ich möchte an der Stelle auch nicht zu viel verraten, aber es ist für jeden was dabei: lesen, dechiffrieren, suchen, basteln, rechnen, kombinieren


Nach erfolgreich bestandenem Abenteuer hat das Wetter aufgeklart und die Agenten/Anwälte/Gäste sind aufs Trampolin bis die Pizza fertig war. Übrigens: Ein Kind verträgt keine Tomaten, deswegen bekam ich den Tipp stattdessen Pesto auf die Pizza zu streichen. Das schmeckt genial und wird sicherlich bei uns noch öfter gemacht werden. Und schon war der spannende Nachmittag zu Ende und alle wurden wieder abgeholt. Wie immer, wenn es so schön ist, war die Zeit viel zu kurz.


Und die Mama?

Da ich bisher noch keinen Escape-Room gemacht habe, war ich echt angespannt. Die Anspannung fiel auch erst im Spiel irgendwann ab, als ich gemerkt habe, dass es quasi ein Selbstläufer ist. Die Kinder haben sich alles selbst gegenseitig vorgelesen und motiviert. Einmal musste ich als Spielleiter eingreifen, aber dank der tollen Anleitung war es kein Problem.


Wenn ich an das Bild vom letzten Jahr denke,...... eine deutliche Verbesserung. (Letztes Bild - also ganz am Ende)