Samstag, 18. Juli 2026

CSI – Die Spur verliert sich an der Haustür

Es gibt Dinge im Leben, die verschwinden kurz. Eine Socke aus der Waschmaschine zum Beispiel. Ein Kugelschreiber. Haargummis. Diese Dinge verlassen für eine gewisse Zeit unsere Dimension und tauchen später wieder auf.

Und dann gibt es Dinge, die verschwinden mit einer Entschlossenheit, die fast beleidigend wirkt.

Zum Beispiel: mein Haustürschlüssel.

Es begann vor ungefähr einem halben Jahr. Ich kam mit dem Fahrrad nach Hause. Alles war völlig normal. Ich hatte meinen Schlüssel definitiv noch dabei, denn ich schloss den Schuppen auf und stellte das Fahrrad hinein. Danach ging ich zur Haustür und betrat das Haus.

Und dann ...

Sendepause.

Keine Erinnerung. Kein Bild. Keine Eingebung. Nichts.

Der Schlüssel war einfach verschwunden.

Natürlich begannen sofort die Ermittlungen.

Wo waren wir unterwegs? Beim Gassi vielleicht? Ist er aus der Tasche gefallen? In welcher Jacke war ich unterwegs? Welche Hose hatte ich an? Alle Taschen wurden kontrolliert. Mehrfach. Schränke durchsucht. Handtaschen, Rucksäcke, Fahrradtaschen.

Nichts.

Der Schlüssel blieb verschwunden.

An dieser Stelle entstanden selbstverständlich die üblichen Theorien:

  • Er liegt an einem Ort, an dem ich bereits fünfmal gesucht habe.

  • Er wurde von einem geheimnisvollen Haushaltswesen entführt.

  • Haushaltsgegenstände führen nachts ein geheimes Eigenleben.

  • Der Schlüssel befindet sich in einer Parallelwelt.

  • Vielleicht wurde er geklaut.

  • Vielleicht wollte er einfach ein neues Leben beginnen.

Mit der Zeit wurde der Schlüssel zu einer Legende. Er gehörte gedanklich bereits zu denselben Mysterien wie der verlorene Wäschekorb.

Dann kam das Wochenende.

Mein Sohn sollte seine Mensakarte abgeben, weil der Caterer wechselt. Ich durfte sie aus seinem Portemonnaie nehmen. Das Portemonnaie steckte in seiner Bauchtasche.

Ich öffne die Tasche.

Hole die Karte heraus.

Denke: "Ach, da ist auch ein bisschen Müll drin. Den räume ich eben weg."

Und weil ich schon dabei war, schüttelte ich die Tasche einmal kräftig aus, damit auch die Krümel verschwinden.

In diesem Moment fällt etwas in meine Hand.

Mein Schlüssel.

MEIN SCHLÜSSEL!

Nach sechs Monaten.

Sechs.

Monaten.

Ich möchte an dieser Stelle betonen: Wir reden nicht von einem riesigen Schlüsselbund mit zwanzig Anhängern, Karabinern und halbem Baumarkt daran. Es waren genau zwei Schlüssel – der Haustürschlüssel und der Schuppenschlüssel.

Aber daran hing mein Schlüsselanhänger. Ein Flaschenöffner von meinem ersten Arbeitgeber. Den hätte ich wirklich nur ungern verloren.

Während ich den Schlüssel anstarrte, setzte sich plötzlich ein Puzzle zusammen.

Ich war an dem Abend noch mit meinem Sohn und Buffy Gassi gegangen. Ich hatte keine Tasche an der Hose, aber mein Sohn trug seine Bauchtasche.

"Kannst du den Schlüssel mal einstecken?"

Konnte er.

Hat er.

Als wir nach Hause kamen, hatte vermutlich mein Mainzelmann oder meine Prinzessin bereits die Haustür geöffnet. Niemand brauchte den Schlüssel mehr. Wir gingen hinein, der Alltag nahm seinen Lauf, irgendjemand erzählte etwas, Buffy wollte ihr Abendbrot– und die Erinnerung daran, dass der Schlüssel noch in der Bauchtasche steckte, verschwand einfach.

Nicht der Schlüssel war weg.

Nur das Wissen darüber.

Sechs Monate lang lag er friedlich in einer Bauchtasche, wurde tagtäglich zur Schule gefahren und wieder zurück. Er wartete darauf, wiederentdeckt zu werden. Niemand hatte ihn geklaut. Niemand hatte ihn versteckt, auch kein Wurmloch. Er war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort – und wir hatten kollektiv vergessen, dass wir ihn dort selbst hingebracht hatten.

Manchmal sind die größten Familiengeheimnisse eben gar keine Geheimnisse.

Sie heißen einfach Alltag.


 

Freitag, 17. Juli 2026

Back then #20 - Der weiße Hai im Freibad

 

Sommerferien 1990 (Pi mal Daumen).

Damals gab es für uns kaum einen besseren Ort als das Freibad mit seinem großen Badesee. Es gab einen Nichtschwimmerbereich, sauber durch eine Leine vom Schwimmerbereich getrennt. Für die Kleinen war dort Schluss. Für uns war die Leine eher eine Einladung.

"Heute schwimmen wir bis zum anderen Ufer", beschlossen meine Freundin und ich. Auf der anderen Seite gab es zwar nichts Besonderes zu entdecken, aber darum ging es auch gar nicht. Wir fühlten uns groß. Mutig. Frei.

Also schwammen wir los.

Hinweg? Gar kein Problem. Wir quatschten, lachten und ließen uns treiben. Das Wasser war angenehm warm, die Sonne schien, und wir fühlten uns unbesiegbar.

Dann machten wir uns auf den Rückweg.

Mitten auf dem See, weit weg vom Ufer, sagte meine Freundin plötzlich ganz beiläufig:
"Hast du eigentlich den weißen Hai gesehen?"

Ich verneinte.

"Da gibt es eine Szene...", begann sie zu erzählen.

Mehr hätte sie eigentlich gar nicht sagen müssen.

In meinem Kopf lief sofort ein Film ab – obwohl ich den Film Der weiße Hai nie gesehen hatte und ihn bis heute nicht gesehen habe. Plötzlich war unter mir nicht mehr einfach nur Wasser. Da war eine dunkle Tiefe. Schlingpflanzen und Fische. Irgendwo auch der weiße Hai. Natürlich wusste ich, dass es in unserem Freibad keinen Hai gab. Aber mein Kopf interessierte sich herzlich wenig für Logik.

Auf einmal sah das Wasser ganz anders aus.

Ich konnte den Boden nicht mehr erkennen. Unter mir war nur noch dunkles Grün. Wasserpflanzen schaukelten im Wasser. Irgendwo huschten Fische vorbei. Jeder Schatten wurde in meiner Fantasie zu einer riesigen Rückenflosse. Hinter jeder Bewegung vermutete ich einen gewaltigen Kiefer mit mehreren Reihen messerscharfer Zähne.

Mein Herz raste.

Ich schwamm so schnell ich konnte. Tatsächlich hatte ich das Gefühl, überhaupt nicht voranzukommen. Als würde ich auf der Stelle schwimmen. Das Ufer schien keinen einzigen Meter näher zu kommen.

In meinem Kopf hörte ich förmlich diese bedrohliche Musik, obwohl ich sie nur aus Erzählungen kannte.

Da-damm... da-damm... da-damm...

Ich bekam richtig Panik.

Es tat mir furchtbar leid, meine Freundin einfach hinter mir zu lassen. Eigentlich macht man das nicht. Aber in diesem Moment gewann der nackte Überlebensinstinkt gegen jede Vernunft. Ich wollte einfach nur raus aus diesem Wasser.

Als meine Füße endlich wieder den sandigen Boden zum Nichtschwimmerbereich berührten, war ich wahrscheinlich noch nie so erleichtert gewesen.

Bis heute habe ich Der weiße Hai nie gesehen. Ehrlich gesagt habe ich das auch nicht mehr vor.

Und das Schönste an dieser Geschichte?

Mit genau dieser Freundin bin ich bis heute befreundet.

Sie hat mich damals zwar fast zu Tode erschreckt – aber unsere Freundschaft hat den weißen Hai überlebt.

Montag, 13. Juli 2026

Stadtradeln

Seit 2008 gibt es das Stadtradeln. Die Kampange wurde vom Klima-Bündnis ins Leben gerufen. Das Ziel ist es, in 21 Tagen so viele Wege wie möglich mit dem Fahrrad zu fahren. Das spart CO₂ und ist gut für die Gesundheit. Zudem hilft die Aktion den Städten, gute Radwege zu planen.

Dieses Jahr war der Zeitraum: 30.05. bis 19.06.2026. Also für mich leider mit vielen Feiertagen, an denen ich also nicht aufs Rad steige. Für die anderen, die nur am Wochenende radeln, war das natürlich perfekt.

Meine Platzierung: 11 Platz!
 

In diesen 3 Wochen bin ich 26 mal auf´s Rad gestiegen. Der Weg zur Arbeit und wieder nach Hause zählt als jeweils eine Fahrt. Dabei kam ich auf 215 km - ein Teil auf meinem alten Rad und ein Teil auf meinem neuen Bike. Und mit dem neuen Rad in einer Woche genauso viel wie mit dem alten Rad in den beiden Wochen davor *lach*.

Meine Wochenauswertung

Seit 2021 nehme ich daran teil. Ausnahme 2025 - irgendwie habe ich es letztes Jahr verpasst. 2023 und 2024 hatte ich sogar meine Kolleginnen und Kollegen animiert mitzumachen und ein eigenes Team gegründet. Das hat auch mächtig viel Spaß gemacht. Leider haben nicht alle Radfahrenden mitgemacht und so ist die Aktion wieder eingeschlafen.

Sonntag, 12. Juli 2026

Rückspiegel am Bike

Lange habe ich es ja ein wenig belächelt, wenn Radfahrer einen Spiegel am Lenker haben. Jetzt mit dem neuen Rad wurde ich wieder drauf gestoßen. Zufällig hatte ich gerad einen gefunden - genau richtig zum Ausprobieren.

 

Nach einer Woche mit Spiegel kann ich sagen: Braucht man nicht wirklich, ist aber eigentlich ganz nett. Gerade im Straßenverkehr. 

Das System bei meinem mit dem Festbinden ist nicht ganz optimal. Ab und an komme ich dagegen und dann verschiebt sich der Winkel, aber das ist ja auch schnell wieder korrigiert. 



Samstag, 11. Juli 2026

Grogu oder Baby-Yoda

Ich liebe meinen Nachbarn. 

Eigentlich könnte ich das so stehen lassen, aber natürlich bin ich nicht so. Ich erzähle es in aller Ausführlichkeit *lach*

Mein Nachbar und ich haben uns über 3D-Drucker unterhalten. Da hat er raus, dass er selbst einen besitzt und dann erzählt er mir, wo er sich viele seiner Drucke herunterlädt. 

Und dannnnnn bin ich mal auf diese Seite gegangen.

Und als erstes springt mich Grogu an! Und mein Nachbar? Druckt mir den kleinen Kerl einfach direkt!

 

Ich liebe auch Grogu. Grogu als Stifthalter. Grogu als Motivation auf Arbeit. Grogu als Gesprächsstoff.

 

Freitag, 10. Juli 2026

Back then #19 - 20 Pfennig und ein ganzer Nachmittag


 

Nach der Schule gab es diesen einen Abschnitt, der eigentlich nie einen Namen hatte und trotzdem immer gleich war.

Nicht mehr Schule. Noch nicht Zuhause.

Dazwischen lag der Weg.

Ich bin oft mit meiner Freundin zusammen ein Stück gelaufen (oder gefahren). Ihre Bushaltestelle lag ungefähr in der Mitte meines Heimwegs. Genau dieser Bereich, in dem der Tag noch offen war und alles passieren konnte.

Und dann kam diese Ecke.

Dort stand sie: die gelbe Telefonzelle.

Schon das Reinkommen war ein kleines Ereignis. Die Tür ging nie einfach auf. Als Kind musste man sich richtig dagegenstemmen. Drinnen war es eng. Zwei Kinder, zwei Scout-Rucksäcke und gefühlt kein Platz mehr zum Atmen.

Im Sommer war es darin wie in einer Sauna, wenn die Sonne genau draufknallte. Und dazu dieser Geruch – kalter Rauch, Plastik und irgendetwas Metallisches. Nicht besonders angenehm. Aber für uns war das einfach normal.

Meine Freundin hatte ihren Brustbeutel dabei. Monatsfahrkarte, Schlüssel und diese wichtigen 20 Pfennig. Genau geplant für einen Anruf.

Dann kam der entscheidende Moment.

Erst die Münze. Kurz zwischen den Fingern festhalten, einwerfen und hoffen, dass sie sauber durchrutscht. Dieses leise Klacken im Inneren war fast eine Erleichterung. Erst dann konnte es weitergehen.

Dann wurde gewählt. Ziffer für Ziffer. Auswendig. Konzentriert.

Und dann dieses Warten.

Wenn ihre Mama direkt ranging, war alles einfach:

„Darf ich nach der Schule zu ihr zum Lernen gehen?“

Wobei „zusammen lernen“ ein sehr großzügiger Begriff war. Eher die offizielle Bezeichnung für unseren Nachmittagsplan.

Und wenn niemand ranging, waren wir erstaunlich lösungsorientiert:

„Ihre Mama hat bestimmt ja gesagt.“

Ganz so wild, wie es heute klingt, war es aber vermutlich gar nicht. Wenn wir bei mir zuhause angekommen sind und meine Mutter nicht da war, haben wir ihr Bescheid gesagt, dass meine Freundin mitkommt. Und ich vermute, sie hat später wiederum ihre Mama informiert. Irgendwie lief das alles im Hintergrund mit. Ohne große Organisation, aber auch nicht ganz ohne Erwachsene.

Dann ging es an die Hausaufgaben. Im Rekordtempo. Nicht aus Fleiß – sondern weil wir genau wussten, was danach kam:

Der Spielplatz direkt vor der Tür.

Und später habe ich sie wieder zur Bushaltestelle begleitet. Wir warteten gemeinsam auf den Bus, redeten noch ein bisschen und winkten uns zum Abschied.

Kein Handy. Kein „Wo bist du gerade?“. Kein Standort.

Nur Wege, Absprachen und dieses selbstverständliche Gefühl, dass alles irgendwie funktioniert.

Damals hat ein einziger Anruf gereicht, damit ein ganzer Nachmittag entstehen konnte. Heute braucht man dafür einen Gruppenchat, einen Kalender und mindestens drei Erinnerungen.

Dienstag, 7. Juli 2026

Zeichnung Sca und Kiwi

 Hier hat die Prinzessin schon wieder was neues ausprobiert, eine Figur mit oversized Pulli und mit Kiwi, der niedlichsten im ganzen Anime-Universum. Der Pulli ist so flauschig gezeichnet, den würde ich direkt selbst anziehen.

Ich konnte wieder nicht die Finger von lassen - einmal die Outline von der KI nachziehen zu lassen. Wobei ich finde, dass ChatGPT da näher am Original bleibt als Gemini.


 Und jetzt noch einmal in schönen warmen Farben.