Freitag, 26. Juni 2026

Back then - Vollgas im Leerlauf

 

Mit 18 habe ich mir mein erstes Motorrad gekauft: eine vollverkleidete Suzuki GS500E in Lila. Für mich damals natürlich das coolste Motorrad der Welt.

Bei einer meiner ersten Touren stehe ich an einer Ampel und warte auf Grün. Neben mir rollt ein anderer Motorradfahrer heran. Wir schauen uns kurz an, nicken uns zum Gruß.

Und dann diese völlig stille Kommunikation:

Blick.
Nicken.
"Wir fahren jetzt natürlich los wie bei einem MotoGP-Start."

Kein Wort gesagt. Trotzdem war alles klar.

Das Problem: Ich kannte mein Motorrad kaum. Schleifpunkt? Eher ein grobes Gerücht. Aber ich war 18. Das ersetzt bekanntlich Erfahrung durch Mut.

Die Ampel springt auf Gelb.

Gleich geht's los.

Neben mir lässt der andere schon mal den Motor aufheulen.

Das habe ich mir verkniffen. Zu laut. Außerdem wollte ich cool wirken.

Grün.

Ich drehe am Gashahn.

Ich lasse die Kupplung kommen.

Neben mir: Staubwolke.

Unter mir: absolute Hölle.

Meine Suzuki brüllt mir in voller Lautstärke entgegen:

„DU IDIOT! Den hätten wir gekriegt! Aber Madame musste ja im Leerlauf Vollgas geben, statt einen Gang einzulegen!“

Zum Glück hat unter dem Helm niemand meine Schamesröte gesehen.

Danach habe ich mich nie wieder provozieren lassen.

Zumindest nicht beim Motorradfahren.

Donnerstag, 25. Juni 2026

Geschenk von meiner Lieblingskollegin

Ich habe euch noch gar nichts über meine Lieblingskollegin geschrieben. Als ich die Stelle vor nunmehr 3,5 Jahren gewechselt habe, bin ich zur ihr ins Zimmer gesetzt worden. Sie hatte über den Jahreswechsel Urlaub und ich sass in ihrem Zimmer allein. Eine Woche. Ich habe mich fremd gefühlt, nicht nur, weil alles neu war, sondern auch, weil es ihr Büro war und ich lediglich ihren Namen kannte.

Nun gut, die Kolleginnen und Kollegen haben mir natürlich schon von ihr erzählt. Die meisten waren und sind von ihr begeistert. Sie haben mir alle versichert, dass ich froh sein kann mit ihr ein Büro zu teilen. Eine Stimme meinte, sie sei sehr laut und wenn ich Ruhe brauche, dann könne ich zu ihr kommen.

Nach einer Woche kam ich ins Büro. Sie steckte ihren Kopf aus unserem Büro heraus und hat mich so freudig begrüßt - so offen, so ehrlich und genau in dem Moment wusste ich, dass wir sehr gut zusammen arbeiten werden.

Sie hat mir innerhalb kurzer Zeit viel begebracht, wir haben unzählige Mittagspausen zusammen verbracht. Neben der ganzen Arbeit haben wir aber auch immer wieder privat gequatscht. Einige Male sind wir auch gemeinsam mit dem Rad nach Hause gefahren und haben uns auch schon nach der Arbeit getroffen. Dann sollte sie sich letztes Jahr eigentlich in den Ruhestand verabschieden. Ein Glück konnte sie noch einen Mini-Job aushandeln, sonst hätte ich ein Einzelzimmer oder müsste umziehen. So bleibt vorerst alles wie es ist, nur, dass sie seltener im Büro ist.

Es gibt nichts schöneres, als einen richtig tollen Arbeitskollegen, der mit dir durch dick und dünn geht. Generisches Maskulin - in dem Fall ist mein Lieblingskollege eindeutig weiblich. 

Und von ihr hab ich diese wunderschöne Tasse geschenkt bekommen. Natürlich habe ich sie direkt ausprobiert.

 

Post Kaffee - HAPPY, have a lovely day

Mittwoch, 24. Juni 2026

DnD

Seitdem wir den Film "Onward" gesehen habe, ist der Prinz von der Idee des DnD-Spiels (Dungeons and Dragons) begeistert. Er hat sich das Original-Spiel vom Film zum Geburtstag schenken lassen.

Wir schaffen es aber irgendwie nicht, uns intensiv damit auseinander zu setzen und das Spiel wirklich zu spielen. Das Spiel hat im Gegensatz zu vielen anderen Spielen nicht ganz klare Regeln, es gibt ein Grundkonstrukt und der DM (Dungeon Master) erfindet den Rest - also meine Einschätzung. Eigentlich fängt man bei so einem Spiel ganz klein an und spielt dann mehrere Runden immer in der gleichen Zusammensetzung. Als ich Jugendliche war, haben einige meiner Klassenkameraden "Der schwarze Auge" gespielt. Ich selbst fand das zwar spannend, habe aber nie den Zugang gefunden. Gemini fasst das Spiel so zusammen: In der Nähe des Dorfes Tjureds Hof schießt plötzlich ein unheimlicher, pechschwarzer Turm aus der Erde, aus dem kurz darauf finstere Kreaturen strömen und die Umgebung terrorisieren. Die Dorfbewohner vermuten, dass der totgeglaubte, böse Magier Borbarad hinter dem Spuk steckt, und heuern eine Gruppe junger Helden an, um das Bauwerk zu stürmen. Im Inneren des Turms müssen sich die Abenteurer durch tödliche Fallen und magische Wächter kämpfen, um den finsteren Herrscher zu stellen. Am Ende liegt es an ihnen, das magische Ritual im obersten Stockwerk zu brechen, bevor die Region endgültig in die Dunkelheit gerissen wird.

Hier geht es jetzt aber nicht um DSA, sondern um Onward bzw. einer ganz ureigenen Spielidee, die der Prinz entwickelt. Und zwar abhängig davon, mit wem er spielt und wie lange dieses Spiel dauern wird.

Als jetzt die Besti der Prinzessin zu besuch gewesen ist und sie weder am PC/Tablet/Handy hängen noch rausgehen wollten, hat er das Spiel so toll aufgebaut. Die Besti hatte ihren Spaß - und wer weiß - vielleicht spielen sie irgendwann ja sogar mal weiter oder denken sich ein neues Abenteuer aus.

„Fortune favors the bold – time to roll!“ (Das Glück ist mit den Mutigen!)


 
 

Dienstag, 23. Juni 2026

Der erste OC

Meine Prinzessin zeichnet. Sie zeichnet gern. Sie zeichnet, wann immer sich eine Gelegenheit dazu bietet.

Ab und an passiert dies allerdings in der Schule. Dann landet die Zeichnung einfach im Heft. 

Viele Künstler (gerade am Anfang) nutzen Vorlagen zum Abpausen, nachmalen oder zur Inspiration.

Meine Prinzessin ist da weiter. Sie hat die Ideen im Kopf und sie kann diese Ideen umsetzen.

 


Diese Figur ist ihr erster eigener OC - Original Character, also ein eigener, selbstbezogener bzw. originaler Charakter. Ein OC ist eine Figur, die sich jemand komplett selbst ausgedacht hat – vom Aussehen über die Kleidung bis hin zur Persönlichkeit, den Superkräften oder der Hintergrundgeschichte.

Bisher hat sich ihren OC lediglich gezeichnet. Sie hat noch keinen Namen und keine Geschichte. Aber wie ich meine Prinzessin kenne ist das nur eine Frage der Zeit. So kann sie eine ganz eigene Welt erschaffen. 

Ich habe versucht die Karos verschwinden zu lassen, aber das ist mega schwierig.


 Ihr OC ist ganz eindeutig an Fyodor Dostoevsky von Bungo Stray Dogs angelehnt mit der Fliegermütze (Uschanka).


 Das Bild habe ich auf der Fanpage von Bungo Stray Dogs gefunden.

Montag, 22. Juni 2026

Auf Schattensuche und ein Souvenir zur Sonnenwende

Ich habe Hitze noch nie besonders gemocht. Sobald die Temperaturen steigen, werde ich langsam zu einem schmelzenden Eiswürfel. Aber während ich mich zumindest vor einen Ventilator setzen, etwas Kaltes trinken oder die Füße in Wasser halten kann, hat meine arme Buffy deutlich weniger Möglichkeiten. Sie liegt. Sie hechelt. Sie sucht jede kalte Stelle im Haus. Und schwitzen? Fehlanzeige.

Also brauchte ich für Sonntag einen Plan.

Wobei … ganz ehrlich war da noch ein zweiter Grund. Beim Geocaching gab es vom 20. bis 22. Juni ein besonderes Souvenir zur Juni-Sonnenwende zu ergattern. Und wenn es eine Ausrede braucht, früh morgens in den Wald zu verschwinden, dann nehme ich die natürlich gerne an.

Das Souvenir selbst steht für Wandel, Verbindung und neue Anfänge – inspiriert von Buckelwalen beider Erdhalbkugeln und der Küstentradition von Wales. Ein schöner Gedanke eigentlich. Gerade die Sonnenwende markiert schließlich auch irgendwie einen kleinen Übergang: längste Tage, Sommeranfang und neue kleine Abenteuer.

Geocaching Souvenir zur Sommersonnenwende

 

Mein Plan: früh aus dem Bett krabbeln und mit Buffy in den Wald verschwinden. Meine Wahl fiel auf den Neroberg. Parken, direkt in den Schatten und laufen. Hüstel … und ganz nebenbei vielleicht den einen oder anderen Geocache mitnehmen. Einen klassischen Cache und einige Adventure-Labs spielen.

Über das Lilien-Geo-Art hatte ich bereits einmal berichtet – klick.

 

Mein Plan ging tatsächlich auf: Um 8:15 Uhr bin ich aufgewacht, um 8:30 Uhr saß ich im Auto und um 9 Uhr standen Buffy und ich schon mitten im Wald.

Extra vorbereitet hatte ich Frühstück für uns beide, denn unterwegs essen hat einfach seinen ganz eigenen Charme. Direkt am Parkplatz wartete bereits der erste Geocache. Schneller Fund, Eintrag ins Logbuch – und damit war auch das Sonnenwenden-Souvenir gesichert.

 

Und danach ging es endlich los: Angenehme 25 Grad, Schatten und angenehm feuchte Waldwege. Die Mücken hielten sich glücklicherweise ebenfalls zurück.

 

Während ich die Adventure-Labs spielte, schlenderten wir in Richtung „Klangwelten“. Und obwohl ich mit dem Handy beschäftigt war, war ich trotzdem ganz im Hier und Jetzt. Frei nach dem Motto: "Waldregel Nummer 1: Den Fokus immer zuerst auf den Hund legen. Geocaches und Handy können warten." Gut so, denn dadurch konnte ich das Reh zuerst entdecken – und reagieren, bevor Buffy beschlossen hätte, spontan ihre Karriere als Jagdhund zu starten.

 

Als wir später an die Stelle kamen, an der das Reh den Weg gekreuzt hatte, wurde sie richtig aufgeregt. Ich liebe diesen Moment. Dieses hektische, intensive Schnüffeln, wenn sie eine Spur entdeckt hat. Die Nase arbeitet auf Hochtouren, plötzlich ist alles unglaublich spannend.

 

Aber trotz heißer Spur wird sie nicht wild. Sie bleibt bei mir, ist ansprechbar. Sie zerrt auch nicht wie verrückt an der Leine.

 

An den Klangwelten war eigentlich Pause geplant. Essen? Wollten wir beide irgendwie nicht. Also ging es doch recht schnell zurück Richtung Auto.

 

Dort haben wir dann gegessen und getrunken – und nach einer Stunde Bewegung tat das richtig gut.

 

Als ich diesen Beitrag schreibe, liegt Buffy platt wie eine Flunder auf dem Boden. Und sobald sich ihre aktuelle Liegestelle zu sehr aufgewärmt hat, robbt sie einfach weiter zur nächsten kalten Stelle.

Zumindest eine gute Nachricht gibt es noch: Heute muss sie nicht mehr groß raus.

Sonntag, 21. Juni 2026

1 Woche Cube - 1 Woche pure Freude

Die erste Woche auf meinem neuen Rad ist vorbei. In dieser Zeit bin ich 107,5 km gefahren – genug, um einen ersten Eindruck zu gewinnen.


Schon allein das Anschalten des eBikes ist ein Traum. Kurz den richtigen Knopf drücken und der Mini-Computer fährt hoch. Direkt ersichtlich: Ladezustand und Reichweite in den einzelnen Unterstützungsstufen. Wobei genau dieser Punkt mir noch nicht ganz klar ist – wie sich die Reichweite eigentlich berechnet.


 

Das Rad lässt sich wirklich gut mit einer Hand schieben, so komme ich problemlos durchs Gartentor. Meist gehe ich bis zu meinem Kreuz, um dort mein morgendliches Foto zu schießen.

Dort stelle ich das Rad kurz auf dem Seitenständer ab. Auch das fühlt sich deutlich besser an. Er klappt satt herunter und genauso wieder hoch. Kein Klappern, kein Springen und keine Schraube mehr, die sich ständig löst und einmal im Monat nachgezogen werden möchte.

Dann wird gestartet. Das Aufsteigen fühlt sich an wie bei meinem alten Rad, aber der Antritt ist noch angenehmer. Das merke ich besonders an den Ampeln.

Ich kann vier Stufen Motorkraft zuschalten: Eco, Tour+, Auto und Turbo. Auto war mir anfangs tatsächlich nicht ganz klar. Dahinter steckt aber nichts anderes als eine Art Automatikmodus. Der ist allerdings sehr sanft eingestellt. Wenn ich nur noch damit fahren würde, würden vermutlich meine Muckis verkümmern lach.

Die Bremsen fühlen sich inzwischen langsam „eingebremst“ an. Bei den ersten Abfahrten war ich noch ziemlich unsicher. Mittlerweile merke ich aber, dass die Bremsen wirklich gut sind – „richtig giftig“, wie mir der Verkäufer sagte.

Die Griffe mit den breiten Auflagen gefallen mir sogar noch besser als meine alten. Die hatte ich damals nämlich auch schon nachgerüstet. Ich könnte mir inzwischen gar nicht mehr vorstellen, mit ganz normalen Griffen zu fahren. Allerdings hatte ich bei den letzten beiden Fahrten etwas mit eingeschlafenen Händen zu tun. Das kenne ich überhaupt nicht und hatte ich bei den ersten Fahrten auch nicht. Das muss ich beobachten und gegebenenfalls etwas an der Einstellung oder dem Winkel verändern.

Mein Po hat sich in den ersten 100 Kilometern langsam an den neuen Sattel gewöhnt. Er tut inzwischen nicht mehr weh. Ganz überzeugt bin ich allerdings noch nicht. Vielleicht tausche ich ihn doch noch gegen meinen alten Sattel aus. So würde ein kleines Stück meines alten Rads mit auf die Reise gehen.

Apropos altes Rad: Die Handyhalterung habe ich kurzerhand abgebaut und problemlos ans neue montiert. Es ist für mich einfach gut zu wissen, dass ich jederzeit das Navi nutzen oder mich beim Geocaching führen lassen kann.

Jetzt muss ich nur noch die Speichenreflektoren abbauen und am neuen Rad befestigen. Oder ich kaufe einfach neue – falls doch noch eines der Kinder oder mein Mann eine Zeit lang mit dem alten Rad fahren möchte.

Das Fahrerlebnis selbst ist MEGA. Beim Ausrollen höre ich eigentlich nur die Reifen auf dem Asphalt. Wenn ich trete, summt der Motor angenehm leise, sodass die Reifen weiterhin zu hören sind. Im Leerlauf schnurrt keine Kette.

Das Schalten ist für mich allerdings noch immer gewöhnungsbedürftig. Ich bleibe dabei: Für mich ist die Richtung irgendwie verkehrt herum. Höher schalten – von mir weg. Niedriger schalten – zu mir hin. So steht es auch dran. Ich weiß, daran werde ich mich gewöhnen. Im Moment muss ich mich aber noch bewusst darauf konzentrieren oder auf die Anzeige schauen. Dafür funktioniert die Schaltung jedes Mal sofort: Kurz aufhören zu treten, schalten und weiterfahren. Kein Klacken, kein Knirschen, keine Verzögerung. Schalter drehen und fertig.

Den Akku habe ich bisher noch nicht leer gefahren. Solche großen Touren schaffe ich unter der Arbeitswoche einfach nicht. Positiv finde ich aber jetzt schon, dass ich nicht täglich laden muss. Wenn geladen werden muss, braucht man allerdings etwas Zeit einzuplanen. Ein 800-Wattstunden-Akku an einem 2-Ampere-Ladegerät ist eher Team „gemütlich laden“ als „mal eben schnell“.

Die nächsten Tage werden allerdings eine echte Herausforderung – die Temperaturen meinen es gerade etwas zu gut. Aber das wird mich nicht vom Radfahren abhalten. Dann eben etwas früher los und auf möglichst schattigen Wegen unterwegs sein. Wer weiß – vielleicht führen mich gerade diese kleinen Abweichungen vom direkten Weg zu Orten, die ich sonst nie entdecken würde oder sogar einen neuen Geocache.



 

Samstag, 20. Juni 2026

Rundtour auf dem neuen Rad

Das neue Rad wurde natürlich am Wochenende (letzten Samstag) eingefahren. Nachdem ich es am Freitag vollständig geladen hatte, den Sattel höher gesetzt habe, stand einer entspannten Jungfernfahrt nichts im Weg.

 

Als Ziel habe ich mir die neue Wohnung von meiner Lieblingskollegin ausgesucht. 15 km. Schön die Weinberge hoch - Aussicht genießen und dann zum Rhein wieder runter.

 

Entspannt quatschen, einen Kaffee trinken. Ui, meine Kollegin hatte nur Soja-Milch offen. Die hatte ich noch nie im Kaffee gehabt. Ich formuliere es so: Nächstes Mal nehme ich wieder Kuh. Da bin ich dann doch altmodisch.

 

Gemeinsam ging es dann weiter. Meine Lieblingskollegin war zum Geburtstag auf einem Weingut verabredet. Dorthin habe ich sie begleitet und bin dann nach Hause gesaust.

Ein Stopp für einen Geocache

Am Ende standen 38,9 km auf der Uhr. Ich habe es genossen.

 

Mein Po hat mir allerdings mitgeteilt, dass das ein neuer Sattel ist - sie müssen sich aneinander gewöhnen.

 

An die neue Schaltung muss ich mich allerdings auch noch gewöhnen. Irgendwie schalte ich immer hoch, wenn ich runter schalten will und umgekehrt. Wenn es allerdings plötzlich ziemlich steil wird, bedeutet das im Zweifel "Absteigen und schieben".