![]() |
| Fischer und Cube |
Bevor ich mich ausführlicher von meinem alten Fahrrad verabschiede und bevor das neue genügend Kilometer gesammelt hat, um wirklich beurteilt werden zu können, möchte ich einen ersten - rein technischen - Vergleich wagen.
Links steht mein bisheriges Rad, ein Fischer ETD 1861, das mich seit August 2018 begleitet hat. Rechts mein neues Cube Kathmandu Hybrid Comfort SLX. Allein der Name verheißt Fahrfreude.
| Merkmal | Fischer ETD 1861 | Cube Kathmandu Hybrid Comfort SLX |
|---|---|---|
| Kauf | 08/2018 | 06/2026 |
| Akku | 504 Wh | 800 Wh |
| Motorleistung | 75 Nm | 90 Nm |
| Antrieb | Kette | Gates-Riemen |
| Schaltung | 9-Gang-Kettenschaltung | Enviolo Automatiq (5 Gänge) |
| Display | abnehmbar | fest verbaut |
| Wartungsaufwand | Kette und Schaltung regelmäßig Thema | Hoffnung auf deutlich weniger Wartung |
| Kilometerstand | ca. 14.400 km | 8 km (nach Kauf heimradeln) |
| Vertrauen | 14.400 km gemeinsame Erfahrung | muss sich erst verdienen |
Auf dem Papier gewinnt das Cube in fast allen Kategorien. Mehr Akku. Mehr Drehmoment. Moderneres Antriebssystem. Automatische Schaltung. Riemenantrieb statt Kette.
Und trotzdem ist die Sache nicht ganz so einfach.
Mein Fischer hatte seine Eigenheiten. Mit der Kette hatte ich von Anfang an immer wieder Ärger. Sie schlackerte gegen den Kettenkasten, sprang regelmäßig ab -da brachte erst ein neues Kettenblatt dauerhaft Ruhe. Zuletzt war die Schaltung nicht mehr ganz glücklich eingestellt. Unter Last rutschte die Kette gelegentlich über ein Ritzel und einige Gänge ließen sich gar nicht mehr schalten.
Auch das Display hatte sich längst in den Ruhestand verabschiedet (keine Wartung mehr ab Werk). Glücklicherweise konnte das Rad trotzdem problemlos gefahren werden.
Trotz all dieser Macken gibt es etwas, das sich nicht in technischen Daten ausdrücken lässt:
Vertrauen.
Dieses Fahrrad hat mich über ungefähr 14.400 Kilometer begleitet. Es hat mich zur Arbeit gebracht, auf Touren, zu Geocaches und wieder nach Hause. Nach einem schweren Unfall wurde fast alles an ihm erneuert. Danach fuhr es weiter und auch ich.
Ich kannte seine Schwächen. Ich wusste, was gerade klappert und wann etwas Aufmerksamkeit braucht.
Das Cube startet nun mit einem großen Vertrauensvorschuss. Ich hoffe auf weniger Wartung, auf einen zuverlässigen Riemenantrieb, auf die automatische Schaltung und auf viele sorgenfreie Kilometer.
Dennoch: Vertrauen entsteht nicht durch technische Daten.
Vertrauen entsteht auf gemeinsamen Wegen.
Deshalb gewinnt das Cube den Vergleich auf dem Papier.
Ob es auch den Vergleich im Alltag gewinnt, werden die nächsten Jahre zeigen.































