Samstag, 31. Oktober 2026

Wenn aus Bio ein Animationsfilm wird

Passend zur Jahreszeit nimmt der Prinz in der Schule gerade das Thema Erkältung durch. Was passiert eigentlich, wenn der Körper von Erregern (Viren oder Bakterien) angegriffen wird?

In Bio sollten die Kinder dazu einen STOP-Motion-Film erstellen.

Mein Prinz dachte sich wohl: Das kann ich auch ganz anders! Und erschuf kurzerhand einen Animationsfilm.

Sechs Stunden seiner Freizeit hat er in dieses Schulprojekt investiert. Wie läuft die Immunreaktion im Körper ab? Was kann ich wie darstellen? Zeichnen, animieren und vertonen.

Ich bin unfassbar stolz auf sein Durchhaltevermögen, seine Fantasie und die Umsetzung seiner Idee. Er hat sich richtig tief in das Thema hineingearbeitet und seine ganz eigene Vorstellung davon entwickelt, wie er das Wissen vermitteln möchte.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass er diese Lektion so schnell nicht wieder vergessen wird. Und vermutlich hat er dabei mindestens genauso viel gelernt wie im Unterricht.

Das Video gibt es auf Youtube oder kann direkt hier im Blog angesehen werden. 



P.S. Wie findet ihr die Schrift?
Das ist nämlich keine Schriftart. Er hat tatsächlich jeden einzelnen Buchstaben selbst auf dem Tablet von Hand geschrieben.


Freitag, 30. Oktober 2026

Back then #33 – Im Frühling eingestiegen, im Winter ausgestiegen

Wir schreiben das Jahr 1998.

Ich pendle zwischen Berlin und München. Von Montag bis Freitag arbeite ich in München. Das Wochenende gehört Berlin. Wäsche waschen, Freunde treffen, Familie sehen. 

Wegziehen? Das hatte ich überhaupt nicht vor. 

Gependelt wurde entweder mit meinem weißen A-Corsa oder mit der Deutschen Bahn. Und wenn ich mit der Bahn unterwegs war, dann gerne im Nachtzug InterCityNight 1501.

Ich steige also eines Abends in Berlin bei frühlingshaften Temperaturen in den Zug. Liegewagen. Doppelstockbetten zum Hochklappen. Lustigerweise schlafe ich meistens oben. Von dort kann man noch ein bisschen aus dem Fenster linsen und die Landschaft beobachten. Nachts ziehen die Lichter vorbei, und das gleichmäßige Schaukeln des Zuges hilft beim Einschlafen.

Ich kann darin tatsächlich gut schlafen. Verschlafen geht nicht. Ich fahre bis zur Endhaltestelle. Eher doof, dass die Gäste, die vorher aussteigen, schon Leben in den Zug bringen.

Gegen sechs Uhr morgens wird man dann von einem meist ausgesprochen fröhlichen Schaffner geweckt. Es gibt eine Tasse Kaffee oder Kakao und ein belegtes Brötchen mit Salami oder Käse. Frühstück ist also gesichert.

Ob man sich anschließend noch die Zähne putzen kann, ist dagegen Glückssache. Man weiß schließlich nie, wer sich gerade auf der Zugtoilette eingeschlossen hat.

Um 7:14 Uhr kommt der Zug am Münchner Ostbahnhof an. Ja, diese Uhrzeit habe ich mir tatsächlich gemerkt. Von dort sind es gerade einmal fünf Minuten bis zu meiner Arbeitsstelle. Praktischer geht es kaum. Dank Gleitzeit ist es auch kein Problem, wenn ich nicht exakt zum üblichen Arbeitsbeginn um 7:15 Uhr am Schreibtisch sitze.

Bis zu jenem Morgen.

Ich stehe frisch gestärkt und mit meinem Gepäck an der Zugtür. Der Zug fährt in den Bahnhof ein und hält. Nur irgendwie ziemlich weit draußen. Oder der Zug war einfach sehr lang. Jedenfalls klettere ich als Einzige aus dem Waggon. Alle anderen sind bereits am Hauptbahnhof ausgestiegen.

Businessmäßig gekleidet. Rock, Strumpfhose, Pumps. Bürotauglich.

Und dann stehe ich da - Knöcheltief im Schnee!

Ähm. Wie bitte?

Ich war doch bei frühlingshaften Temperaturen in Berlin losgefahren!

Der Schnee war weiß, dick und eher matschig als pulvrig. Also genau das, was man sich zu Rock, Strumpfhose und Pumps am frühen Morgen wünscht. Nicht.

Was folgte, war ein ziemlich langer und vor allem ausgesprochen rutschiger Weg bis ins Büro. Ganz elegant *hüstel*, aber ohne Sturz habe ich das gemeistert.

Dort angekommen, habe ich mich erst ein



mal umgezogen. Frische Socken mussten her, dazu ein heißer Tee. Meine Schuhe stellte ich zum Trocknen an die Heizung.

Und während ich meinen Tee trank, konnte ich mich eigentlich nur über mich selbst amüsieren. Was für ein Auftritt! Da reist man aus dem frühlingshaften Berlin an und landet mitten im Münchner Winter.

Tja. Wer rechnet denn damit, dass das Wetter in München ganz anders sein könnte als in Berlin?

Ein Blick in die Nachrichten oder ein gehörter Wetterbericht hätten vermutlich geholfen. Und für die Jugendlichen unter uns: Das Smartphone als mobile Wetterstation gab es damals noch nicht.

Aber deswegen lasse ich mir doch nicht den Tag verderben.

Und tatsächlich: Am Nachmittag war der Schnee verschwunden. Meine Schuhe waren wieder einsatzbereit. Ersatzschuhe hatte ich schließlich eh nicht dabei. 

 P.S. Das passende Bild zum Beitrag habe ich mit KI Gemini erstellt.  

 

Donnerstag, 29. Oktober 2026

Quallenlampe

Der Prinz hat mich beim Einkaufen begleitet. Ich freue mich immer über Begleitung. Er macht es, weil er sich dann immer etwas aus dem Backbereich aussuchen kann. Dieses Mal hat er sich aber was ganz anderes ausgewählt. Eine Art Lavalampe, aber mit Quallen. Das ist so unfassbar hübsch und beruhigend.


 

Diese geleeartigen Kunstquallen tanzen durch den Zylinder in immer neuen Bewegungen.


Mittwoch, 28. Oktober 2026

Grogu oder Baby-Yoda 2.0

Könnt ihr euch an meinen Stifthalter aus dem 3D-Drucker erinnern?

Er steht noch immer bei mir auf dem Schreibtisch. Aber ratet mal, was niemals auf seinen Armen landet!

RICHTIG - der Stift.

Nun hat Grogu eine neue Aufgabe bekommen, er trägt meine kleine Baby-Frieda auf Händen.


Diese kleine Ente habe ich von meiner lieben Arbeitskollegen aus dem Nachbarbüro geschenkt bekommen. Immer, wenn ich Klein-Frieda ansehe, zaubert sie mir ein Lächeln ins Gesicht. 

Dienstag, 27. Oktober 2026

Isis- und Mater Magna-Heiligtum

Die Prinzessin hat in diesem Jahr das Fach Deutsch lit. Lit steht für Literatur. In dem Fach wird - Überraschung - G E L E S E N.

Jeder Lehrer darf selbst entscheiden, wie er dieses besondere Fach unterrichten will. Die Lehrerin meiner Prinzessin hat den Kindern mehr oder weniger komplett freie Wahl gelassen, welches Buch sie lesen wollen. Sie hat es ihnen extra vor den Herbstferien mitgeteilt, falls es Kinder gibt, die ein dickes Buch lesen wollen. Es gab nur wenige Einschränkungen, es muss auf Deutsch sein und altersangemessen.

Die Prinzessin konnte sich bei den vorhandenen Büchern einfach nicht entscheiden, also haben wir uns in der Stadt getroffen und sind in die Buchhandlung stöbern gegangen. Wenn ich all diese wunderschönen Bücher sehe, die Buchrückseiten lese, bekomme ich so viel Lust zu lesen. (Am Ende scheitert es, weil ich zu spät ins Bett gehe und weil ich einfach keine Brille aufziehen will - wie blöd kann man -ich- denn bitte schön sein!?!?)

Einer der Buchhändler kam uns am Ende zu Hilfe. Er hat sich angehört, was die Prinzessin im Moment liest und hat ihr dann genau ein Buch empfohlen. Was soll ich sagen? Genau das haben wir dann auch genommen. 

Ich habe in das Buch schon reingelesen (und mir ein paar Seiten vorlesen lassen), es ist sehr angenehm zu lesen. Hab ich euch neugierig gemacht? Es geht um das Buch "Erebus".

Danach haben wir uns endlich das Isis- und Mater Magna-Heiligtum angesehen. Das ist eine archäologische Ausgrabungsstätte aus der Römerzeit im Untergeschoss der Römer Passage in Mainz. Ich habe es tatsächlich in knapp 20 Jahren nicht geschafft, es mir einmal anzusehen.

Auf dem ersten Blick ist es klein und überschaubar. Aber wie es immer so ist, wenn man anfängt zu schauen und Fragen zu stellen, wird es wirklich spannend.

 

Das Heiligtum: Die Überreste eines antiken Tempels für die Göttinnen Isis und Mater Magna aus dem 1. bis 3. Jahrhundert nach Christus wurden erst 1999 bei Bauarbeiten für die Römer Passage entdeckt.

Es werden Fundstücke wie Öllampen, Opfergaben wie Datteln, Feigen und Getreide, Statuen, Münzen und Fluchtafeln ausgestellt. 

Spannend waren auch die Multimedia-Elemente, die die Geschichte greifbarer gemacht haben und natürlich der ehrenamtliche Mitarbeiter, der mit offenen Augen und Ohren hilfreich und nicht aufdringlich präsent war.

Ich habe total vergessen zu fotografieren und nur ein paar wenige Bilder, die immerhin einen kleinen Eindruck geben. 


Montag, 26. Oktober 2026

Ausflug Burg Stahleck

Die Prinzessin nimmt in der Schule gerade die Burgen von Rheinland-Pfalz durch. Nun soll jedes Kind ein Referat über eine der über 300 historischen Wehranlagen (Burgen, Schlösser, Festungen) halten.

 

Für die Prinzessin stand direkt fest: Burg Stahleck.

 

Sie hatte zur Burg Stahleck ihre erste Klassenfahrt gemacht. Eigentlich fand sie das ganz grausam. Das Heimweh hatte ihr stark zugesetzt.

 

Aber als wir nun durch die Burganlage gelaufen sind, haben ihre Augen geglüht. Sie hat so unfassbar vieles wiedererkannt. 

 

Sie wollte mir alles zeigen, was sie damals schön gefunden hat.

 

Und natürlich wollten wir für das Referat/Plakat für die Schule ein kleines Video am original Schauplatz drehen.

 

Gesagt, getan. So sind wir spontan nach der Schule ins Auto gestiegen und zur Burg Stahleck gefahren. Zum Glück ist es von uns nicht so weit entfernt.

 

Da sie sich nun intensiver mit der Burg beschäftigt hat, werde ich euch die Details von ihr hier gern vorstellen. 

 

Die Burg wurde zwischen Ende 1100 und Beginn 1200 gebaut. Es ist nicht genau bekannt, wer der Baumeister gewesen ist. Man weiß nur, dass die Burg von einem Kölner Erzbischof in Auftrag gegeben wurde.

Die Burg diente zur Verteidigung des Außenbezirks.

 
Lage: Am Rhein auf einem Berg als Höhenburg. 
Besonderheit: wassergefüllter Halsgraben. Dieser diente als Zisterne und sollte den Angriff erschweren 


Historische Highlights
1193: Hochzeit von Stahleck. Durch eine heimliche Hochzeit zwischen den Staufen und Welfen sollten die verfeindeten Dynastien versöhnt werden.
 
1689: Die Burg wurde durch die Fanzosen vollständig zerstört und später wieder aufgebaut.
 
In der NS-Zeit diente Burg Stahleck als Umerziehungslager für Jugendliche. 
 
Heute ist auf der Burg eine Jugendherberge und ein Café. 

Sonntag, 25. Oktober 2026

Mission Aufräumen

Ganz heimlich bewundere ich ja alle, die es schaffen, regelmäßig ihr Haus zu putzen. Die jederzeit unangekündigt Besuch bekommen können und es aussieht wie im Katalog.

Ich gehöre da leider nicht zu. Ich bin viel lieber mit Buffy und den Kindern unterwegs. Kein Kind wird mir später einmal lobend sagen: "Mama, es war ganz toll, wie du immer die Wohnung für uns geputzt hast." Viel eher werden sie sich an unsere tollen, lustigen oder auch abenteuerlichen Ausflüge erinnern.

Aber ab und an nervt es mich dann doch. Und jetzt habe ich mal was neues ausprobiert. Direkter Vergleich: Vorher - Nachher. So ein wenig Druck aufbauen. In kleinen Schritten. Einzelne Sektionen herauspicken und dann genau das aufräumen. Foto vorher, direkt Foto danach. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn ich das nicht mache, fange ich irgendwo an, sehe was und räume das weg, dort steht aber auch was, also mache ich da halt weiter. Am Ende habe ich den ganzen Tag geräumt und geputzt, aber nichts ist wirklich fertig.

Hier also mein kleines Experiment:





 

Und im Garten bekam ich dann sogar unerwartet Hilfe von beiden Kindern.

  

Vielleicht ist es nun am Ende des Tages doch nicht so viel geworden, aber die Sachen sind wenigstens vollständig abgearbeitet.