Zur Grundschule durfte ich irgendwann ab der dritten oder vierten Klasse mit dem Fahrrad fahren.
Mit meinem roten Fahrrad. Und damit war klar: Ich war quasi erwachsen.
Nach der Schule bin ich mit meiner Freundin gemeinsam bis zur Bushaltestelle gelaufen. 500 Meter. Schnurgeradeaus. Fahrrad geschoben und den Schultag im Gespräch verarbeitet. Das Leben geplant.
An der Bushaltestelle warteten wir noch kurz.
Sie stieg in den Bus – und ich hatte exakt weitere 500 Meter bis nach Hause. Das ging fahrend deutlich schneller.
Und irgendwann kam uns ein Gedanke.
Warum eigentlich schieben?
Warum nicht einfach … gemeinsam fahren?
Also entwickelten wir ein System.
Ich stand auf den Pedalen, lenkte und trat.
Sie saß im Sattel und hielt das Gleichgewicht.
Mit zwei dieser unfassbar schweren, steifen, orange-roten Scout-Ranzen auf dem Rücken.
Und ja – wir haben das perfektioniert.
Schneller an der Haltestelle. Mehr Zeit für Gespräche. Mehr Zeit für Weltbewegendes.
Bis plötzlich eine Stimme hinter uns scharf rief:
„SOFORT ANHALTEN!“
Ein Polizist.
Mit diesem Blick, der klar machte: Das ist unerwünscht. Diskussion zwecklos.
Er erklärte uns sehr deutlich, dass er uns dabei nie wieder so sehen will.
Wir nickten brav.
Stiegen ab.
Und gingen nebeneinander wie früher...
...gelaufen sind wir …
bis er um die Ecke gebogen war.
Dann sind wir wieder aufgestiegen.
Man muss Prioritäten setzen.
Und heute?
Würde ich meiner Prinzessin erlauben, so zu fahren?
Auf gar keinen Fall.
Viel zu gefährlich.
Manche Kindheitserinnerungen darf man lieben –
aber bitte nicht wiederholen.
















































