Freitag, 24. April 2026

Back then - Zeit ist relativ oder wie aus 3 Wochen 13 Jahre wurden

In dem Moment dachten wir, wir verlieren sie.
In Wahrheit hat sie gerade angefangen, zu uns zu gehören.
  
Anruf von meiner besten Freundin - damals wie heute: 
„Ihr wolltet doch schon immer einen Hund zur Pflege nehmen.“

Nein.

Wirklich nicht.
Unser Leben war voll: Schule, Arbeit, Freunde, Kino, Schwimmbad. Ein Hund? Keine Chance.

„Pass auf, die Nachbarin ist im Krankenhaus. Purzel ist läufig und kann nicht bei uns bleiben. Nur 2–3 Wochen.“

2–3 Wochen.
Das klang überschaubar. Fast wie nichts.

„Ich bringe sie dir gleich vorbei.“

Keine 30 Minuten später stand sie da.

Und ganz ehrlich?
Es war… nicht mein Traumhund.
Klein, kurze Beine, Kringelschwanz, Schlappohren – und ziemlich rund. Exakt das Gegenteil von dem, was ich mir immer vorgestellt hatte.

Aber gut. Für eine Freundin macht man das.
Und irgendwer musste ja verhindern, dass ihr Hund Papa wird.

Also Leine dran und los.
Einmal durch den Park, rüber zur großen Wiese.

„Komm, wir lassen sie hier mal frei.“

Leine ab.

Und dieser kleine, dicke Hund?
Wird plötzlich zum Pfeil.

10 Meter.
20 Meter.
50 Meter.
100 Meter.

Mein erster Gedanke:
Super. Das war’s. Die sehen wir nie wieder.

Dann bleibt sie stehen.
Dreht sich um.
Und kommt zurück.

Direkt auf uns zu.

In diesem Moment war irgendwas anders.
Eis gebrochen. Vertrauen da.
Und irgendwie auch: angekommen.

Purzel bleibt.

3 Wochen gehen vorbei.
Die Nachbarin ist noch im Krankenhaus.
8 Wochen. Reha.
12 Wochen. Betreutes Wohnen.
Und niemand fragt nach dem Hund.

Inzwischen ist Dezember.
Und wir wollten doch nie einen Hund.

Der Griechenland-Urlaub war längst gebucht.

Also melden wir Purzel bei der SOS Hundehilfe.

Kurz darauf steht ein Interessent vor der Tür.
Ein riesiger Mann. Ein Schrank.

Und dann sehe ich sie neben ihm.
Diesen kleinen Hund.

Und er sagt einen Satz:
„Wenn sie nicht allein bleiben kann und bellt, bringe ich sie zurück.“

Ich schaue meine Mama an.
Sie schaut mich an.

Die Entscheidung war längst gefallen.

Er geht.
Und meldet sich nie wieder.

Noch am selben Nachmittag bekommt Purzel einen neuen Namen.

Und wir haben einen Hund.

Für 13 Jahre.

Und der Urlaub?
Den haben wir tatsächlich gemacht.
Die Mutter einer Freundin meines Bruders hat sie genommen.

Als wir sie wieder abholen, stehe ich da und denke:

Was ist das für ein wunderschöner Hund?

Glänzendes Fell.
Leuchtende Augen.
Ihre Freude uns wiederzusehen,
ging direkt ins Herz.

Die Beine wirken plötzlich länger.
Der Bauch? Weg.

Ich war kurz überzeugt, es sei ein anderer Hund.

War es aber nicht.

Bewegung und besseres füttern haben sie vollkommen verändert.

Und vielleicht ist das das Verrückte an Zeit:

Wir wollten einem Hund für 3 Wochen eine Bleibe geben.
Geworden ist ein Seelentier.

Donnerstag, 23. April 2026

Einmal auf Berlin sitzen - Try and ERROR - ganz schön viel ERROR

Es gibt bei FB eine tolle Idee: Man selbst sitzt auf den Buchstaben seiner Stadt hoch über der Stadt auf einem Hochhaus, romantische Stimmung, Sonnenuntergang, die Buchstaben reflektieren z.B. das Fußballstadion oder Wahrzeichen der Stadt.

Mein Lemming schrie ganz laut. Ich habe es versucht, ich habe es wirklich hart versucht. Erst mit ChatGPT, wo ich nicht einmal ich selbst bin, und dann mit Gemini.

 

Wer auch immer - aber immerhin hoch über Berlin

Versuch mit Gemini - eigentlich fehlt nur ein Stuhl/Hocker

Das wörtliche Umsetzen hat nicht geklappt - also helfe ich mit einer Skizze

Ähm,... genau zwischen den Buchstaben? Also irgendwie noch immer in der Luft

Das war der Hinweis, dass ich auf dem "i" sitzen will. Nun besitzt das L einen i-Punkt

Dann halt anders: Stell "mich" hinter das Wort - wieso der Hintergrund verrutscht und ich wie am Kreuz hänge? Keine Ahnung

Bitte verschiebe den Fernsehturm - eine einfache Aufgabe. NOPE, nicht für die KI

Entferne den mittigen Fernsehturm - PUFF alle weg. Das ist doch zum Verzweifeln

und ganz am Ende hatte sogar eine Frau ihren Prompt veröffentlicht, aber selbst damit bin ich kläglich gescheitert. :-( 

Nun schwebe ich wirklich über Berlin
 

Keine Lust mehr - nach so vielen Fehlversuchen, mag ich nicht mehr. Ich habe mich dran satt gesehen. 

Mittwoch, 22. April 2026

Geburtstagskarte auf die schnelle

Meine Freundin hat Geburtstag. Nun hat sie uns bereits fürs Wochenende eingeladen und ich freue mich bereits riesig darauf, endlich mal wieder unter Frauen feiern und quatschen, was lecker Essen, dazu was trinken. Im Alltag geht das leider oft einfach vergessen.

Auf alle Fälle habe ich meiner Freundin an ihrem Geburtstag gratuliert. Sie hat sich gefreut und dann fragte sie, ob wir ganz spontan nachmittags zum Kuchen essen vorbeikommen wollen. OK, das ließ sich mit ein wenig Improvisation einrichten. 

Ich wollte aber nicht mit leeren Händen vor der Tür stehen und so habe ich fix eine Geburtstagskarte gebastelt. Nur gut, dass ich an Rohkarten einen ganzen Schwung zur Hand habe.

 


Dazu noch eine Packung Nervennahrung und dann ging´s zum Kuchen essen.  


 Zeitlich hat es nur noch für ein fixes Foto im Auto gereicht.

Dienstag, 21. April 2026

Einzug des Froschkönigs

Wir haben einfach kein Glück mit unseren Toilettensitzen. Unzählige habe ich hier schon ausgetauscht. So ganz verstehe ich das nicht. Wir sind zu viert. Keine kleinen Kinder mehr. Normale Nutzung der Toilette. Keiner, der sich drauf stellt oder zum Quatsch den Deckel hebt und immer wieder fallen läßt.

 

Inzwischen mache ich mir ja schon einen Spaß draus - besser als drüber ärgern. Ich suche mir die schönsten, schrägsten, lustigsten Motive aus. Heuer durfte der Froschkönig bei uns einziehen. Ich als Märchenliebhaberin bin begeistert. Und hübsch ist der Kerl ja auch noch.

 

Willkommen Froschkönig

Und was hatte nun der alte Toilettendeckel? Hier war die Brille gebrochen und da ich wirklich Angst hatte, dass der Riss größer wird und mir quetscht mein zartes "Popöchen" einquetscht, musste fix gehandelt werden.



 

Sonntag, 19. April 2026

Berlin: Wenn Moos gefährlich wird – und warum es sich so gut anfühlt, es zu entfernen

Man merkt erst, wie rutschig Moos wirklich ist, wenn jemand darauf angewiesen ist, sicher zu laufen.

Bei meiner Mama in Berlin hat sich über die Zeit auf den Pflastersteinen im Garten Moos gepflanzt. Erst nur ein bisschen. Dann immer mehr. Und wie das oft so ist: Man gewöhnt sich daran. Es gehört irgendwie dazu. Bis zu dem Moment, in dem es eben nicht mehr egal ist.

Jetzt ist sie auf Krücken unterwegs. Und plötzlich wird aus „ein bisschen Moos“ ein echtes Risiko. Moos ist bei Nässe richtig rutschig. Der Krückengummi flutscht unkontrolliert umher.

Also habe ich den Kärcher rausgeholt.

Zottellotte beim Kärchern - definitiv KEINE Strafarbeit

Schon beim ersten Wasserstrahl passiert etwas, das man schwer beschreiben kann, aber sofort versteht, wenn man es sieht: Diese klare Linie zwischen sauber und vermoost. Dieses langsame Freilegen der ursprünglichen Farbe der Steine. Zentimeter für Zentimeter. Es ist nicht nur sichtbar – es fühlt sich auch gut an.

Es ist pure Magie, ist ist Meditation.

Das Geräusch des Wassers, die gleichmäßige Bewegung, das direkte Ergebnis. Kein Warten, kein „vielleicht später“. Sondern sofort: vorher – nachher.

Vorher: Moos, nicht nur in den Fugen, sondern auch auf dem Pflaster

Dank purer Wasserkraft wieder moosfrei - noch feucht 

Mit jedem Streifen, den ich sauber mache, wird der Weg ein kleines Stück sicherer. Für jemanden, der darauf angewiesen ist, dass der Untergrund verlässlich ist.

Das verändert die Perspektive. Es geht nicht mehr darum, dass es „schön aussieht“. Sondern darum, dass jemand sich wieder ein Stück freier bewegen kann. Ohne Angst vor dem nächsten Schritt.

Am Ende sind die Steine heller. Klarer. Wieder wie neu.
Aber das ist eigentlich nur der Nebeneffekt.

Das wirklich Gute daran sieht man nicht sofort:
Ein sicherer Weg. Ein kleines Stück Alltag, das wieder leichter wird.

An der Garage bereits fertig und wieder hell

Und ja – es ist immer noch unglaublich satisfying. Auch wenn es am Ende fast 5 Stunden wurden, waren eigentlich nur die letzten 30 Minuten nervig - da hieß es dranbleiben und durchziehen.

Endabnahme durch Buffy "Ist jut jewordn!"


 

Samstag, 18. April 2026

Berlin: Mein Steinbergpark

Wenn alle noch schlafen...

Wenn alles noch ruhig ist...

Wenn Buffy raus will....

... erfülle ich ihr zu gern den Wunsch.

 

Mein Morgen im Steinbergpark: Ruhe, Frühlingsstimmung, Vögelzwitschern, Waldgeruch, Blätterrascheln, Baumknarzen, Specht klopfen, stilles Wasser, Enten

Noch etwas verschlafen

Ein Gesicht auf bzw. in dem Baumstumpf

Einfach traumhaft schön am Steinbergsee

Bevor es zum Frühstück nach Hause ging, bin ich fix am Hünengrab vorbeigestiefelt. Hierüber muss ich unbedingt einmal einen eigenen Blogpost verfassen.


 

Freitag, 17. April 2026

Back then ... Im Kreis bis zur Einsicht

Back then – Im Kreis bis zur Einsicht

 

Ich war ungefähr 25.
Also alt genug, um es besser zu wissen.
Und erfahren genug, um zu wissen, dass ich eigentlich lieber ruhige Tiere reite.

Aber an diesem Tag stand ich im Stall – in Jeans.
Natürlich in Jeans. 
Rutschig. Nicht reitkonform. 

Ich wollte gar nicht reiten.
Mein Freund hatte die Reitbeteiligung.
Ich hatte Stallluft gebucht.

Dann kam Isabella.
Und mit ihr das Ende meines Plans.

Ein neues Pony. Klein. Kompakt. Bildschön.

Die leichten Kinder durften zuerst.
Sie stiegen auf.
Isabella beschloss, dass das hier ein Zirkeltraining wird.

Galopp. 
Galopp. 
Ohne Stopp.
 
Die Kinder wieder runter. 
Zum Glück haben sich alle bei dem Tempo oben gehalten. 

Dann schaute man mich an.

Und ich fühlte mich – ich sag’s ehrlich – geschmeichelt.
Man traute mir das zu.
Mir. 25. Souverän. In Jeans.

Gleichzeitig rechnete ich innerlich:
85 Kilo.
Pony.
Rücken.

War das verantwortungslos?

Die Stallmädchen standen am Zaun.
Arme verschränkt.
Bereit für das, was gleich schiefgeht.

Ich stieg auf.

Mit Schwung.
Zu viel Schwung.

Für einen kurzen Moment war ich auf dem besten Weg,
auf der anderen Seite direkt wieder abzusteigen.
Vor Publikum.

Ich fing mich.
Natürlich fing ich mich.

Und saß.

Und plötzlich war ich groß.
Sehr groß.
Ich hatte das Gefühl, 
ich könnte einfach mitlaufen.

Isabella dachte kurz nach.
Dann wurde es schnell.

Sie rannte.

Galopp. Ganze Bahn.
Schnell.
Erstaunlich gut zu sitzen.

Ich hoffte inständig, dass sie einfach im Kreis bleibt.
Keine Richtungswechsel. Keine Experimente.
Nur Kreis.

Kreis ist gut.
Kreis ist planbar.

Dann: Trab.

Schneller Trab auf einem kleinen Pony ist kein Reiten.
Das ist ein orthopädisches Ereignis.

Ich wurde durchgeschüttelt,
während ich versuchte, so zu tun,
als hätte ich alles im Griff.

Hatte ich nicht.

Und dann… wurde sie langsamer.

Schritte weicher.
Atem tiefer.

Sie akzeptierte mich.
Oder sie war einfach fertig.

Ich stieg ab.
Würde noch da.
Wirbelsäule… verhandelbar.

Und irgendwo zwischen Stallgeruch und Zaunpublikum wurde mir klar:

Kuchen ist vielleicht nicht gut für die Figur –
aber manchmal genau das, was ein Pony zur Einsicht bringt.