Gestern war ich mit dem Prinz und der Prinzessin im Kino. Wir haben uns das Finale der YouTube-Serie
The Amazing Digital Circus
angesehen.
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| Auf geht´s ins Kino |
Kurz zur Einordnung: The Amazing Digital Circus ist eine psychologische Dark-Comedy-Animationsserie von Gooseworx und Glitch Productions. Also eine kleine, unabhängige Produktion mit einer extrem großen Fangemeinde.
Die Geschichte beginnt, als eine junge Frau ein Virtual-Reality-Headset aufsetzt und in einer farbenfrohen, aber völlig absurden computergenerierten Zirkuswelt gefangen wird. Dort vergisst sie augenblicklich ihren echten Namen und wird vom exzentrischen, künstlich intelligenten Zirkusdirektor Caine auf den Namen Pomni getauft.
Pomni trifft im Zirkus auf fünf andere Charaktere (Jax, Ragatha, Kinger, Gangle und Zooble), die das gleiche Schicksal teilen. Einige von ihnen stecken schon seit gefühlten Ewigkeiten in diesem System fest.
Die Welt: Der Zirkus wird von Caine und seinem Assistenten Bubble kontrolliert. Caine schickt die Truppe täglich auf skurrile, harmlose Abenteuer, um sie zu beschäftigen und von der Realität abzulenken.
Das Problem: Es gibt keinen Ausgang. Wer den Verstand verliert und der totalen Verzweiflung (dem "Abstrahieren") verfällt, verwandelt sich in ein aggressives, glitchiges Monster und wird von Caine in einen tiefen Keller gesperrt.
Pomnis Ziel: Während die anderen Charaktere versuchen, sich mit ihrem Schicksal abzufinden oder eigene Bewältigungsstrategien zu entwickeln (wie Jax durch Grausamkeit oder Kinger durch puren Wahnsinn), sucht Pomni manisch nach einem Ausweg – getrieben von der Sichtung einer mysteriösen "Ausgangstür".
Das große Thema der Serie: Hinter dem bunten 90er-Jahre-Computerspiel-Look verbirgt sich ein existenzieller Albtraum. Es geht um den Verlust der eigenen Identität, den schleichenden Wahnsinn der Isolation und die Frage, wie der menschliche Geist reagiert, wenn er in einer unendlichen, künstlichen Schleife gefangen ist.
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| Filmplakat: TADC - The amazing digital Circus |
Das Power-Duo hinter der Serie
Glitch Productions und Gooseworx stehen für den modernen Erfolg von Independent-Animation im Netz.
Glitch Productions (Das Studio): Ein australisches Animationsstudio, gegründet von den Brüdern Luke und Kevin Lerdwichagul (bekannt durch SMG4). Ihr Fokus liegt auf hochwertigen, düsteren und storygetriebenen 3D-Animationsserien für YouTube (unter anderem Murder Drones). Sie haben bewiesen, dass man ohne große Hollywood-Studios Blockbuster-Reichweiten erzielen kann.
Gooseworx (Die Schöpferin): Cooper Smith Goodwin ist eine amerikanische Animatorin, Komponistin und Autorin. Ihr Stil ist extrem surreal und farbenfroh, aber tiefgründig und oft psychologisch düster. Sie hat die Serie erfunden, schreibt die Drehbücher, führt Regie und komponiert sogar die markante Musik selbst.
Die Musik zu dieser Serie ist eine Klasse für sich und macht einen riesigen Teil des Erfolgs aus, weil sie diesen bizarren Mix aus fröhlicher Zirkusmusik und purem psychologischen Unbehagen perfekt einfängt. Das Besondere daran: Gooseworx hat die Musik größtenteils selbst komponiert, oft in Zusammenarbeit mit dem Musiker Evan Alderete.
Das Kino-Event
Das Kino war ein Erlebnis für sich. Ganze drei Tage (05.06.–07.06.2026) wird das Finale im Kino laufen. Danach müssen die Fans 14 Tage warten, bis der finale Teil auf YouTube veröffentlicht wird. Ein genialer Nebeneffekt für alle, die ein Ticket ergattert haben: In diesen 14 Tagen haben die Kinobesucher die Chance, den begehrten Merchandise im Online-Store günstiger zu kaufen.
Im Kino selbst waren wirklich viele Fans gewesen. Die Stimmung war gigantisch – sie kannten die Liedtexte in- und auswendig und viele kamen im kompletten Cosplay. Da sah man Gangle mit Maske und roten Bändern, Caine mit seinem markanten Zylinder und natürlich Fans als Jax mit Hasenohren. Während der Vorstellung gab es im Publikum kein Halten mehr: Von lautem Lachen über kollektives Erschrecken bis hin zu purem Jubel war jede Emotion vertreten. Der beste Kommentar, den ich nach dem Abspann aufgeschnappt habe, trifft es eigentlich perfekt: „Das crazy!“
Meine Kinder haben im Auto übergesrpudelt vor Begeisterung und dann waren sie plötzlich beide still und hingen in ihren eigenen Gedanken. Der Film hat absolut ihren Nerv getroffen.
Mein Fazit
Ich habe die Serie bereits daheim mit den Kindern gesehen – man sollte ja schließlich wissen, womit sich die Kids so beschäftigen. Ich habe die bunten Farben und die Idee an sich von Anfang an geliebt. Das Finale im Kino hat jetzt plötzlich alles in ein ganz anderes Licht gesetzt. Eigentlich sollte ich mir alle vorherigen Folgen direkt noch einmal ansehen!

























