Der letzte Personalausflug führte mich nach Wiesbaden. Obwohl das ja nur einmal übern Rhein liegt, bin ich dort sehr selten - ich kenn dort noch recht wenig.
Treffpunkt war die Marktkirche am Dernschen Gelände. Die Kirche ist etwas besonderes. Sie ist das höchste Gebäude in Wiesbaden und war damals, als sie gebaut wurde (1851-1862), das höchste Backsteingebäude. Die neugotische Kirche musste gebaut werden, da die alte Kirche abgebrannt war. Nach einem Streit, ob die Kirche von weitem sichtbar auf einem Berg oder beengt aber dafür nah an den Menschen auf dem Marktplatz stehen soll, hatte sich der Marktplatz durchgesetzt. Die Kirche hat ganze 5 Turmspitzen.
Durch die Kirche und durch die Geschichte hat uns Margot Klee geführt. Sie brennt für die Marktkirche und hat es verstanden, mich mitzureißen. Erst jetzt habe ich herausbekommen, dass es über sie einen Wikipediaeintrag gibt.
Das Kircheninnere erinnert stark an einen Nachthimmel und lässt einen ehrfürchtig in den Himmel schauen. Der Boden ist das Original.
Die Orgel ist die größte der evangelischen Kirchen im Bezirk Hessen und Nassau.
Die Kanzel sollte zur Einweihung der Kirche im Jahr 1862 eigentlich aus edlem Marmor gefertigt werden. Da das Herzogtum Nassau zu dieser Zeit jedoch unter erheblichem Geldmangel litt, entschied man sich aus Kostengründen für ein Provisorium: einen bronzierten Eisenguss, der optisch Holz imitiert. Dieses „Provisorium“ wurde seither nie mehr verändert.
Ebenfalls eine Besonderheit die Marmorfiguren im Chorraum. Jesus Christus mit den vier Evangelisten: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.
Die Hoffnungsglocke passte nach 150 Jahren nicht mehr zum Klangbild. Anstatt sie einzuschmelzen hat man sich entschieden, sie als Taufbecken umzufunktionieren und so in der Kirche zu belassen. Dass die Hoffnungsglocke nun für das Fundament der Taufe steht, ist mehr als Zufall.
Bis hierhin kann sich die Kirche jeder ansehen, aber wir durften viel mehr sehen. Es ging hoch hinauf. Dort gibt es eine Wohnung, die bis in die 1980er hinein genutzt wurde. Dann haben sich die Brandschutzbestimmungen geändert und nun steht sie leer. Genutzt wurde sie vom Tumwächter, um hoch über der Stadt nach Bränden Ausschau zu halten und im Notfall die Glocken zu läuten. Die Wohnung ist schmal und langgezogen, dennoch verfügt sie über vier Zimmer, Küche und Bad mit Dusche. Eine der Küsterfamilien soll sich das Leben erleichtert haben, indem an einem Seilzug ein Korb auf den Marktplatz herab gelassen wurde. Darin lag ein Einkaufszettel und Geld. Die Marktbeschicker haben dann den Korb gefüllt und die Frau konnte den Korb dann wieder nach oben ziehen.
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| Blick aus der Wohnung auf das Alte Rathaus |
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| Blick in die leere Wohnung |
Weiter geht es bis zum Aussichtsplateau. Insgesamt sind bis hierher rund 290 Stufen zu überwinden. Die Wendeltreppe ist anfangs noch recht bequem, aber schnell wird sie immer enger und steiler. Kaum kann man um die Ecke schauen und auch der Schall der Gespräche wird unfassbar schnell einfach verschlucken.
Die Aussicht von diesem Plataue ist beeindruckend.
Danach wurden die Kollegen in ihrer neuen Dienststelle besucht, bevor es endlich zum Essen ins Café del Sol ging.
Ich habe es mir nicht nehmen lassen, den Kollegen am Kochbrunnen die Geschichte von dem Riesen Ekko zu erzählen. Hier habe ich euch bereits davon geschrieben.










































