Dienstag, 29. September 2026

Geocaching in Dromersheim

Wie heißt es so schön? 1. kommt es anders und 2. als man denkt!

Tja, genauso ist es gewesen. Ich habe mich mit einer anderen Geocacherin verabredet. Gemeinsam wollten wir einen T5 Geocache bezwingen. Der steht schon länger auf meiner Wunschliste und ist für mich ausschließlich bei Niedrigwasser in Rhein zu erreichen.

Niedrigwasser haben wir derzeit. Termin stand fest. Und irgendwie hat sich der Plan unmerklich verändert. Wir wollten nur mal schnell nach Dromersheim. Lustigerweise war ich dort bereits einmal unterwegs gewesen (klick). Aber ich war noch nicht oben in den Weinbergen gewesen. Eigentlich hätte hier bereits klar sein müssen, dass das keine "schnelle Nummer" wird.

Zuerst ging es rauf zur Eisweinschaukel. Welch herrlicher Blick! Da haben wir doch fast vergessen nach dem Geocache zu suchen. Und dann wurden wir auch noch bitter enttäuscht, weil wir den ersten Tradi einfach nicht finden konnten.





Dann ging es weiter zum Kinderwunschbrunnen. Ein Brunnen, ein Storchennest - da steht dem Wunsch doch nichts mehr im Weg. Und wer da kein Interesse (mehr) hat, kann einfach so die tolle Weitsicht genießen.



Ankommen und suchen - danach Aussicht genießen

Das Ziel der Begierde
 

Nun geht es weiter rauf zum Tal des Lebens. Hier lohnt sich der Blick zurück ebenfalls. Überall sind die Weintrauben schon so gut wie reif.


 

 

Jetzt wurde es richtig steil. Es ging hinauf zum alten Festplatz des Dromersheimer Waldfest. Das 40 Jahre Jubiläum wurde in 2008 hier gefeiert. Das Fest auf dem Hörnchen wurde nach 2011 eingestellt. Zum einen wurden die Waldwege zum Festplatz für moderne Anforderungen zunehmend unpassierbar. Große Fahrzeuge (wie die Busse von Musikgruppen) konnten das Gelände schließlich kaum noch erreichen. Zum anderen leidet das Dromersheimer Hörnchen stark unter den klimatischen Veränderungen. Heute nutzen Förster das Areal primär für gezielte Maßnahmen zur Walderhaltung (wie die Anpflanzung trockenheitsresistenter Flaumeichen), weshalb forstwirtschaftliche Belange und der Naturschutz im Vordergrund stehen.Von 1968 bis 2011 fand es regelmäßig inmitten des Waldgeländes statt und war ein echter Besuchermagnet, bei dem sogar bekannte Bands wie die Spider Murphy Gang oder Münchner Freiheit auftraten. 

Geblieben ist eine Lichtung, die gerade von der Natur zurück erobert wird.

 

... und ein Geocache - unerreichbar hoch im Baum...


Nun mussten wir nur noch den ganzen Weg zurück wandern.

Aber ehrlich, wenn ich diese Planänderung vorab gewusst hätte, hätte ich Buffy gleich mitgenommen. Ihr hätte die Wanderung auch gut gefallen. 

Montag, 28. September 2026

Zeichnung: Osamu Dazai 2

 Auch hier hat sie sich an Osamu Dazai ausgetobt.


 ... und auch hier habe ich den Schatten durch die KI entfernen lassen.


 zum Schluss kam noch ein wenig Farbe durch die KI hinzu

 

Sonntag, 27. September 2026

Zeichnung: Osamu Dazai 1

Meine Prinzessin hat wieder fleißig den Bleistift geschwungen. Herausgekommen ist die ausdrucksvolle Charakterstudie des Anime- und Manga-Charakters Osamu Dazai aus der Serie Bungo Stray Dogs.

Dargestellt ist Dazai mit seiner charakteristischen, leicht unordentlichen Frisur und dem verdeckten Auge, bekleidet mit Hemd, Krawatte und Anzugweste. 

 


Nicht nur der Manga-Charakter fasziniert meine Prinzessin, sie hat sich sogar das Buch "No longer Human" von ihm zum Geburtstag gewünscht.  

KI hat die Schatten entfernt

Das Buch ist klassische japanische Literatur und ein Meisterwerk. Es ist das berühmteste Buch von Dazai und das zweitverkaufteste Buch in Japan. Durch den Anime/Manga-Trend lassen sich weltweit junge Menschen begeistern.

 

von KI eingefärbt

Und so sieht die Prinzessin aus, wenn sie konzentriert arbeitet. 


 Auch hier hat sie sich an Osamu Dazai ausgetobt.


 ... und auch hier habe ich den Schatten durch die KI entfernen lassen.


 zum Schluss kam noch ein wenig Farbe durch die KI hinzu


 

Freitag, 25. September 2026

Back then #28 - vorne warm, hinten kalt

 


Als ich mit meinem ersten Freund zusammengezogen bin, hatten wir beide ein Pflegepferd im gleichen Stall.

Die Besitzerin hatte am Neujahrstag Geburtstag. Ich glaube, es war sogar ihr 30. Geburtstag. Und weil man einen Geburtstag schließlich gebührend feiern muss, wurde kurzerhand im Stall gefeiert.

Wobei „im Stall“ eigentlich etwas großzügig formuliert ist.

Es war ein Offenstall. Keine gemütliche Sattelkammer, kein Aufenthaltsraum, kein beheiztes Stübchen. In der kleinen Hütte stand eigentlich nur Putzzeug.

Aber wir hatten zwei Lagerfeuer.

Über dem einen hing ein großer Topf mit Kesselgulasch. Und ich weiß nicht, ob es daran lag, dass wir draußen in der Kälte saßen oder ob dieses Gulasch tatsächlich einfach göttlich war – aber noch nie habe ich so etwas Tolles gegessen.

Über dem zweiten Feuer hing ein Topf mit Glühwein.

Tetra Pak. Natürlich. Aber der wurde ordentlich aufgemotzt: Anissterne rein, Zimtstangen dazu – fertig war die Stall-Glühwein-Spezialmischung.

Und es war arschkalt.

Wie immer waren wir mit dem Fahrrad gekommen. Was sonst?

Drei Kilometer. Eben. Übers Feld. Kein Problem.

Es lag sogar Schnee.

Im Rhein-Main-Gebiet!

Heute würde man wahrscheinlich erstmal überlegen, ob man bei solchen Bedingungen überhaupt das Haus verlassen sollte. Wir sind einfach mit dem Fahrrad zum Pferdestall gefahren.

Wir haben gegessen, getrunken, gequatscht. 

Schön nah ans Feuer. Von vorne wurde man herrlich warm. Hinten wurde es dafür immer kälter.

Also noch ein Glühwein.

Insgesamt gingen sechs Tetra-Pak Glühwein drauf. Allerdings waren wir nur sechs oder sieben Leute.

Irgendwann, gegen 16 oder 17 Uhr, kam dann der Moment, an dem wir beschlossen: Wir fahren nach Hause.

Mit dem Fahrrad.

Übers Feld.

Durch den Schnee.

Und natürlich gab es keine plattgetretene Spur. Keine Fahrradspur. Nichts.

Ich weiß noch genau, wie ich mich abgemüht habe.

Mein Freund war kalt, ich war zu langsam, und er hat mich irgendwann komplett abgehängt.

Ich dagegen kämpfte.

Ich fluchte.

Ich verfluchte den Schnee.

Ich fror.

Ich schwitzte.

Ich strampelte.

Wie ich überhaupt zu Hause angekommen bin, weiß ich nicht mehr.

Dass ich das Fahrrad noch in den Keller gestellt habe, halte ich für möglich. Beweise gibt es dafür allerdings keine.

Was ich sicher weiß: Ich bin direkt ins Bett.

Eingemummelt bis über beide Ohren.

Und am nächsten Morgen ging es wieder in den Stall.

Kein krank.

Kein Kater.

Nichts.

Offenbar war man Anfang 20 noch aus anderem Material gebaut.

Oder sechs Tetra Pak Glühwein waren damals einfach das beste Frostschutzmittel überhaupt.

 

P.S. Das passende Bild zum Beitrag habe ich mit KI Gemini erstellt.  

Donnerstag, 24. September 2026

Metamorphose: Der Erdkröte

Die Prinzessin muss ein Schulplakat zum Thema Erdkröte entwerfen. Sie bat mich, ihr zwei Bilder auszudrucken. Und dann hat sie aber auch noch die Metamorphose gezeichnet.

Metamorphose einer Erdkröte


Spontan ist mir eingefallen, dass ich zur Kröte "unlängst" ein Video erstellt habe. (Ich verrate hier natürlich nicht, dass das Video aus Mai 2025 ist)


Montag, 21. September 2026

Ausflug Wiesbaden: Museum für Moderne Kunst (Teil 2)

 

Nach dem leckeren Essen und den beiden Besichtungen war ich satt - der Bauch war voll, der Kopf ebenfalls. Aber ein weiterer Programmpunkt stand für unseren Personalausflug noch an. Der umstrittene Programmpunkt. Es geht um die Besichtung des Museums für Moderne Kunst.

Buch: Tempel der Abstrakten

Das Museum Reinhard Ernst wurde erst vor 2 Jahren eröffnet und widmet sich vollständig der abstrakten Kunst. Das Gebäude selbst ist Teil davon und wird von den Wiesbadenern liebevoll Zuckerwürfel genannt.

Nützliche Kunst - so lässt Händewaschen das Herz höher schlagen

Auch hier haben wir eine Führung gebucht. Das war eine exzellente Entscheidung. Denn mit den abstrakten Bildern kann "man" ohne Vorwissen nichts anfangen. OK, ich kann damit nichts anfangen. Es sind bunte Farbkleckse, mal auf bunten Hintergrund mal auf weißer Leinwand. Mit Führung wurde aber schnell klar, wie die Künstler gearbeitet haben und was sie sich dabei gedacht haben. Für mich tatsächlich der spannendere Teil als das Bild selbst.

Die Frau, die uns durch das Museum geführt hat, hat es fantastisch gemacht. Mich mit vollem Bauch und leeren Kopf noch einmal so zu begeistern ist ein Kunststück.

Wobei: Das Gebäude selbst hat mich direkt beim Betreten der Toiletten begeistert. Diese Räumlichkeiten führen hier kein Schattendasein, sie sind selbst Teil der Ausstellung. 

Käfer im Laub

Jedes Kunstwerk ist riesig. Teilweise musste das Gebäude auf das Kunstwerk angepasst werden. Wie beispielsweise bei diesen goldenen Säulen. Die sind wirklich schwer, da musste die Statik stimmen. Aufgrund der Größe konnten sie auch lediglich im Rohbau einziehen, der Boden wurde dann erst im Nachgang um die Kunst herum gesetzt.

Wenn man sich das gigantische rosa Bild einmal genauer anschaut entdeckt man unfassbar viele unscheinbare Details. Ja, auch die Details sind abstrakt. Dennoch kann es passieren, dass das Bild auf einen wirkt - aber es braucht Zeit. 

Blume, Frau mit Hut, japanisches Schriftzeichen, Schmetterling? Was seht ihr hier?

 

Tatsächlich sind am Ende noch ein paar Kollegen auf den Weinmarkt gegangen, einige sind nach Hause gefahren. Ein paar Kolleginnen sind dann noch ein Kuchen essen gegangen. Ich muss nicht sagen, in welcher Gruppe ich war.

Und danach ging es dann wieder mit dem Rad nach Hause. Fast 34 km, knapp 18.000 Schritte und 42 Etagen in den Beinen, fand ich die Couch an dem Abend fantastisch. Selbstverständlich konnte ich die Bitte von Buffy nicht abschlagen, die Abendrunde gemeinsam zu drehen *g*.

Sonntag, 20. September 2026

Ausflug Wiesbaden: Marktkirche (Teil 1)

Der letzte Personalausflug führte mich nach Wiesbaden. Obwohl das ja nur einmal übern Rhein liegt, bin ich dort sehr selten - ich kenn dort noch recht wenig. 

 

Treffpunkt war die Marktkirche am Dernschen Gelände. Die Kirche ist etwas besonderes. Sie ist das höchste Gebäude in Wiesbaden und war damals, als sie gebaut wurde (1851-1862), das höchste Backsteingebäude. Die neugotische Kirche musste gebaut werden, da die alte Kirche abgebrannt war. Nach einem Streit, ob die Kirche von weitem sichtbar auf einem Berg oder beengt aber dafür nah an den Menschen auf dem Marktplatz stehen soll, hatte sich der Marktplatz durchgesetzt. Die Kirche hat ganze 5 Turmspitzen.

Durch die Kirche und durch die Geschichte hat uns Margot Klee geführt. Sie brennt für die Marktkirche und hat es verstanden, mich mitzureißen. Erst jetzt habe ich herausbekommen, dass es über sie einen Wikipediaeintrag gibt.

Das Kircheninnere erinnert stark an einen Nachthimmel und lässt einen ehrfürchtig in den Himmel schauen. Der Boden ist das Original.  

Die Orgel ist die größte der evangelischen Kirchen im Bezirk Hessen und Nassau.

Die Kanzel sollte zur Einweihung der Kirche im Jahr 1862 eigentlich aus edlem Marmor gefertigt werden. Da das Herzogtum Nassau zu dieser Zeit jedoch unter erheblichem Geldmangel litt, entschied man sich aus Kostengründen für ein Provisorium: einen bronzierten Eisenguss, der optisch Holz imitiert. Dieses „Provisorium“ wurde seither nie mehr verändert.

Ebenfalls eine Besonderheit die Marmorfiguren im Chorraum. Jesus Christus mit den vier Evangelisten: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.

Die Hoffnungsglocke passte nach 150 Jahren nicht mehr zum Klangbild. Anstatt sie einzuschmelzen hat man sich entschieden, sie als Taufbecken umzufunktionieren und so in der Kirche zu belassen. Dass die Hoffnungsglocke nun für das Fundament der Taufe steht, ist mehr als Zufall.

Bis hierhin kann sich die Kirche jeder ansehen, aber wir durften viel mehr sehen. Es ging hoch hinauf. Dort gibt es eine Wohnung, die bis in die 1980er hinein genutzt wurde. Dann haben sich die Brandschutzbestimmungen geändert und nun steht sie leer. Genutzt wurde sie vom Tumwächter, um hoch über der Stadt nach Bränden Ausschau zu halten und im Notfall die Glocken zu läuten. Die Wohnung ist schmal und langgezogen, dennoch verfügt sie über vier Zimmer, Küche und Bad mit Dusche. Eine der Küsterfamilien soll sich das Leben erleichtert haben, indem an einem Seilzug ein Korb auf den Marktplatz herab gelassen wurde. Darin lag ein Einkaufszettel und Geld. Die Marktbeschicker haben dann den Korb gefüllt und die Frau konnte den Korb dann wieder nach oben ziehen.

Blick aus der Wohnung auf das Alte Rathaus

 

Blick in die leere Wohnung

Weiter geht es bis zum Aussichtsplateau. Insgesamt sind bis hierher rund 290 Stufen zu überwinden. Die Wendeltreppe ist anfangs noch recht bequem, aber schnell wird sie immer enger und steiler. Kaum kann man um die Ecke schauen und auch der Schall der Gespräche wird unfassbar schnell einfach verschlucken. 




Die Aussicht von diesem Plataue ist beeindruckend. 




Danach wurden die Kollegen in ihrer neuen Dienststelle besucht, bevor es endlich zum Essen ins Café del Sol ging.

Ich habe es mir nicht nehmen lassen, den Kollegen am Kochbrunnen die Geschichte von dem Riesen Ekko zu erzählen. Hier habe ich euch bereits davon geschrieben.