Sonntag, 20. September 2026

Ausflug Wiesbaden: Marktkirche (Teil 1)

Der letzte Personalausflug führte mich nach Wiesbaden. Obwohl das ja nur einmal übern Rhein liegt, bin ich dort sehr selten - ich kenn dort noch recht wenig. 

 

Treffpunkt war die Marktkirche am Dernschen Gelände. Die Kirche ist etwas besonderes. Sie ist das höchste Gebäude in Wiesbaden und war damals, als sie gebaut wurde (1851-1862), das höchste Backsteingebäude. Die neugotische Kirche musste gebaut werden, da die alte Kirche abgebrannt war. Nach einem Streit, ob die Kirche von weitem sichtbar auf einem Berg oder beengt aber dafür nah an den Menschen auf dem Marktplatz stehen soll, hatte sich der Marktplatz durchgesetzt. Die Kirche hat ganze 5 Turmspitzen.

Durch die Kirche und durch die Geschichte hat uns Margot Klee geführt. Sie brennt für die Marktkirche und hat es verstanden, mich mitzureißen. Erst jetzt habe ich herausbekommen, dass es über sie einen Wikipediaeintrag gibt.

Das Kircheninnere erinnert stark an einen Nachthimmel und lässt einen ehrfürchtig in den Himmel schauen. Der Boden ist das Original.  

Die Orgel ist die größte der evangelischen Kirchen im Bezirk Hessen und Nassau.

Die Kanzel sollte zur Einweihung der Kirche im Jahr 1862 eigentlich aus edlem Marmor gefertigt werden. Da das Herzogtum Nassau zu dieser Zeit jedoch unter erheblichem Geldmangel litt, entschied man sich aus Kostengründen für ein Provisorium: einen bronzierten Eisenguss, der optisch Holz imitiert. Dieses „Provisorium“ wurde seither nie mehr verändert.

Ebenfalls eine Besonderheit die Marmorfiguren im Chorraum. Jesus Christus mit den vier Evangelisten: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.

Die Hoffnungsglocke passte nach 150 Jahren nicht mehr zum Klangbild. Anstatt sie einzuschmelzen hat man sich entschieden, sie als Taufbecken umzufunktionieren und so in der Kirche zu belassen. Dass die Hoffnungsglocke nun für das Fundament der Taufe steht, ist mehr als Zufall.

Bis hierhin kann sich die Kirche jeder ansehen, aber wir durften viel mehr sehen. Es ging hoch hinauf. Dort gibt es eine Wohnung, die bis in die 1980er hinein genutzt wurde. Dann haben sich die Brandschutzbestimmungen geändert und nun steht sie leer. Genutzt wurde sie vom Tumwächter, um hoch über der Stadt nach Bränden Ausschau zu halten und im Notfall die Glocken zu läuten. Die Wohnung ist schmal und langgezogen, dennoch verfügt sie über vier Zimmer, Küche und Bad mit Dusche. Eine der Küsterfamilien soll sich das Leben erleichtert haben, indem an einem Seilzug ein Korb auf den Marktplatz herab gelassen wurde. Darin lag ein Einkaufszettel und Geld. Die Marktbeschicker haben dann den Korb gefüllt und die Frau konnte den Korb dann wieder nach oben ziehen.

Blick aus der Wohnung auf das Alte Rathaus

 

Blick in die leere Wohnung

Weiter geht es bis zum Aussichtsplateau. Insgesamt sind bis hierher rund 290 Stufen zu überwinden. Die Wendeltreppe ist anfangs noch recht bequem, aber schnell wird sie immer enger und steiler. Kaum kann man um die Ecke schauen und auch der Schall der Gespräche wird unfassbar schnell einfach verschlucken. 




Die Aussicht von diesem Plataue ist beeindruckend. 




Danach wurden die Kollegen in ihrer neuen Dienststelle besucht, bevor es endlich zum Essen ins Café del Sol ging.

Ich habe es mir nicht nehmen lassen, den Kollegen am Kochbrunnen die Geschichte von dem Riesen Ekko zu erzählen. Hier habe ich euch bereits davon geschrieben. 

Samstag, 19. September 2026

Besuch von zwei Waschbären

Meine Mama bekommt regelmäßig Besuch von einem Waschbären. Sie hatte es länger schon vermutet, dass es nicht nur ein Tier ist. Nun konnte sie die beiden ungebetenen Besuch einmal beobachten.


Der kleine Waschbär ist auf der Terrasse und er ruft nach seiner Mama.


Diese sitzt auf der Garage und beobachtet erst einmal aufmerksam die Situation. Sie hat längst mitbekommen, dass meine Mama hinter der Terassentür steht. Sie weiß nur noch nicht, ob Gefahr droht.

 

 

Dann kommt sie runter und spaziert mit ihrem Kind in den Wald.

 

 

(Das war schon Anfang August - ich hoffe, der kleine Kerl ist fleißig gewachsen.) 

Freitag, 18. September 2026

Back then #27 - One-Way-Pferde

 


Urlaub in Dänemark. Zusammen mit meiner Mama, meiner Freundin, meinem Bruder und seinem Kumpel hatten wir ein Ferienhaus mit Pool, Sauna und Solarium.

Einen Tag wollten meine Freundin und ich einen Ausritt machen. Also gingen wir zu einem Reitstall, mieteten uns Pferde und schlossen uns einer kleinen Gruppe an.

Es war ein richtig schöner Ausflug. Irgendwann kamen wir an eine tolle Galoppstrecke.

Da in der Gruppe auch Anfänger dabei waren, blieb der Guide natürlich bei ihnen. Meine Freundin und ich durften schon mal bis zur nächsten Ecke vorgaloppieren und dort auf die Gruppe warten.

Und genau da kam uns die Idee:

Warum nicht einfach die Strecke wieder zurückgaloppieren?

Gesagt, getan – zumindest wollten wir das.

Denn unsere Pferde hatten offenbar eine ganz andere Vorstellung davon, wie diese Strecke funktioniert.

Wir wollten umdrehen.

Die Pferde wollten nicht.

Wir versuchten es nochmal.

Keine Chance.

Die Strecke war für sie eindeutig eine Einbahnstraße.

Vorwärts? Jederzeit.

Rückwärts auf derselben Strecke? Auf gar keinen Fall.

Wir konnten die Pferde beim besten Willen nicht dazu bewegen, die Strecke zurückzulaufen.

Also standen wir da und mussten warten, bis die Gruppe wieder bei uns war.

Seitdem weiß ich:

Es gibt Pferde, die können galoppieren.

Es gibt Pferde, die können wenden.

Und dann gibt es offenbar One-Way-Pferde

 

P.S. Das passende Bild zum Beitrag habe ich mit KI Gemini erstellt. 

 

Donnerstag, 17. September 2026

Ausflug Wildgehege Gonsenheim und Abenteuerspielplatz

Das Schuljahr ist ganz smooth mit einer Einführungswoche gestartet, aber schon die Woche drauf ging es richtig los. Hier eine HÜ (Hausaufgabenüberprüfung), dort Vorbereitungen für die erste Klassenarbeit. Bei der Prinzessin ist die Orientierungsstufe zu ende, die Kinder werden nach G- und E-Kursen (Grund- und Erweiterungskursen) aufgeteilt. Für die, die eher ein Handwerk erlernen möchten oder Spätstarter sind und für die, die einen Realschulabschluss oder sogar Abitur anstreben. Bei meinem Prinz könnte es für einige Klassenkameraden das letzte Schuljahr sein, mit den nächsten Noten müssen sich einige bereits auf einen Ausbildungsplatz bewerben. Zusätzlich wird der E-Kurs noch in E1 und E2 weiter unterteilt. 

Mein Kletteraffe

Uns hatte jedenfalls sehr schnell der Schulalltag mit seinen Problemen eingeholt und uns vollkommen eingenommen. Zeit für eine Notbremse und einen Ausflug - unter der Woche. Erholung wird nämlich auch und gerade während der Arbeits- bzw. Schulwoche gebraucht. Lust hatte keiner - außer Buffy, aber am Ende hatten alle Spaß.

Quatsch an der Rutsche

Es ging zuerst auf den Abenteuerspielplatz. Klettern und rutschen. Da es später Abend war, kurz vor 20 Uhr, konnte Buffy mit auf den Spielplatz. Kein Kind, dass sie dort erschrecken konnte. Kein Pipi und erst Recht kein Häufchen.

 

Aufmerksam, aber ruhig

Anschließend haben wir noch eine Runde um das Wildgehege Gonsenheim gedreht. Die Ziegen waren in der Dämmerung sehr neugierig und kamen direkt an. Die Gänse hatten sich bereits schlafen gelegt. Auch die Hühner haben sich schon auf ihren Schlafplätzen gemütlich gemacht und sahen so richtig flauschig aus. Dafür waren die Frettchen schwer aktiv und sind in ihrem Käfig umhergelaufen und geklettert. Auch die Muflons am Ende kamen noch einmal zum Zaun, um zu sehen, wer sich so spät noch zu ihnen verirrt hat.

Der Prinz hatte sein D&D Buch dabei

Beide Kinder begeistert. Buffy auch - und sie hatte sich trotz Aufregung gut unter Kontrolle, nur zweimal hat sie die Bewohner angebellt. Die scheinen das aber zu kennen, die sind einfach stehen geblieben.  

Mittwoch, 16. September 2026

Zimmerumbau und das zweite Whiteboard

Mein Prinz hat seit März 2025 ein Whiteboard im Zimmer (hier), im Jahr Mai 2026 drauf haben wir ein zweites Whiteboard auf dem Sperrmüll gefunden. Geplant war´s für die Prinzessin, deswegen durfte es mit uns mitkommen, da sie nicht wollte, sollte es die Organisation für mich erleichtern (hier).

links alt, rechts neu - Orga und Kreativität hat nun viel Platz

 Was soll ich sagen: Das Leben verläuft stets anders als geplant. Das Whiteboard wanderte ins Zimmer von meinem Prinzen und blieb dort. Er hatte zwar ein paar Mal angeregt, dass er das Whiteboard gern über seinem Bett hängen haben würde, am liebsten höhenverstellbar, aber da mir die Ideen hierfür fehlten, stand es vorläufig am Boden. 

unbefriedigender Zwischenstand

Vor kurzem hat der Prinz sein Zimmer umgebaut. Auch das hatte er mal angesprochen, aber irgendwie fehlte noch die gemeinsame Zeit - kurzerhand hat er das allein gemacht. ZACK: schon hatte er Platz für beide Whiteboards. Es hat dann zwar immer noch eine Woche gedauert, bis mein Mainzelmann und ich endlich die Bohrlöcher gesetzt haben, aber nun kann er seine Hausaufgaben und seine Freizeit perfekt organisieren.

 

Dienstag, 15. September 2026

Anime Dreamlight Concert

Dass meine Prinzessin auf Anime steht, ist längst kein Geheimnis mehr. Aber dass sie zum Geburtstag Konzerttickets geschenkt bekommen hat, schon! Das Konzert fand zwar nicht direkt an ihrem Geburtstag statt, sondern erst jetzt – aber das Warten hat sich mehr als gelohnt.

Stimmungsvolle Bühne
 
Eigentlich wollte mein Mainzelmann gern mit ihr dorthin gehen. Leider ist er gesundheitlich angeschlagen und konnte nicht mit. Da bin ich natürlich super gern eingesprungen!
Quatsch in der Wartezeit
Das Konzert fand in Mainz im Kulturheim Weisenau statt. Bei freier Platzwahl waren wir extra frühzeitig vor Ort, um uns die Wartezeit gemeinsam zu vertreiben. Mein Mainzelmann hatte aber ohnehin extra darauf geachtet, dass die Prinzessin nur das Beste bekommt, und Tickets der Kategorie A gebucht. Damit durften wir uns Sitzplätze in den ersten beiden Reihen aussuchen. Logo – wir haben uns direkt in die erste Reihe gesetzt!
Wir sind bereit
Die Bühne war unglaublich liebevoll gestaltet. Rund 250 LED-Kerzen haben ein stimmungsvolles Licht gezaubert, abgerundet durch wunderschöne künstliche Kirschblütenzweige. Auch der riesige Bildschirm im Hintergrund passte perfekt ins Gesamtbild. Auf der Bühne im Rampenlicht stand ein großer, schwarzer Flügel und daneben, fast schon klein und unscheinbar, ein Notenständer sowie ein Mikrofon.
 
Und dann ging es auch schon los! Der Moderator begrüßte uns mit einer tollen Ansage: Fotos und kurze Videos waren ausdrücklich erlaubt und das Teilen und Verlinken erwünscht. Das mache ich hier natürlich super gern! Dreamlight Experiences ist noch ein junges Unternehmen und freut sich über Unterstützung (daher hier: Werbung ohne Auftrag). Schaut unbedingt mal auf deren Homepage vorbei, vielleicht findet ja auch bald ein Konzert in eurer Nähe statt. Meine Prinzessin möchte auf alle Fälle wieder hin!

Auf ihrer Homepage schreibt das Team: „Unter dem Namen ‚Anime Dreamlight Concert‘ bringen wir besinnliche Anime-Programme in deine Stadt – mit Piano, Violine, Streichquartett, Gesang oder als Band. Liebhaber klassischer wie moderner Anime-Sounds kommen voll auf ihre Kosten.“
Und das stimmt! Selbst wer im Anime-Kosmos gar nicht so zu Hause ist, wird von dieser magischen Stimmung und der Musik sofort eingefangen.
Der Pianist ist ein absolutes Ausnahmetalent. Er sprang zwischen den Liedern mühelos durch die Stimmungen und Intensitäten der Stücke. Zwischendurch hat er auch selbst moderiert – und das wirklich unheimlich sympathisch. Man spürt in jeder Sekunde, dass er seinen Traum auf der Bühne lebt.
 
Auch die Violine wurde extrem virtuos gespielt. Der Musiker schien regelrecht mit seinem Instrument zu verschmelzen. Wenn ich von Musik so tief gefesselt bin, vergesse ich oft das Wichtigste für einen Künstler: den Applaus. Falls jemand vom Dreamlight-Team das hier liest: Nehmt es bitte als riesiges Kompliment, falls ich vor Staunen das Klatschen glatt vergessen habe!
 
Und dann tauchte auf einmal die Sängerin auf. Mit so viel Harmonie und Herzblut hat sie uns mit Songs auf Japanisch und Deutsch verzaubert.
 
Zu guter Letzt gab es noch eine mega Überraschung: Conny Kreitmeier stand plötzlich auf der Bühne! Sie ist die Originalstimme, die damals (2001) den kultigen Song „Geh deinen Weg“ für das Digimon-Franchise eingesungen hat. Sie hat das Publikum mit ihrer Performance einfach komplett weggerockt. Solch eine Stimmgewalt habe ich wirklich selten erlebt – absolut furchtlos, unfassbar kraftvoll und dennoch unglaublich stimmungsvoll.
Auch wenn ich zu diesem Abend vielleicht anfangs ein kleines bisschen „gezwungen“ werden musste: Ich kann mir ab jetzt sehr gut vorstellen, mir wieder so ein Konzert anzuhören. Und das nächste Anime-Event mit meiner Prinzessin kommt bestimmt!

Montag, 14. September 2026

Heidenfahrt am Rhein

Endlich ist sie da - die Zeit, der Spaziergänge im Sonnenuntergang.

 

Das ist für mich immer eine ganz besondere Zeit. Ich liebe die Stimmung. Die Welt legt sich schlafen. Man selbst bewegt sich und kommt dabei zur Ruhe. 

 

Wenn die Abendsonne dann auf dem Wasser glitzert, ist das natürlich ein besonderes Highlight.

 

Ich nutze es aus und gehe genau dann eine letzte Runde Gassi. 

 

Wenn ich dann auch noch Begleitung von meinem Prinzen bekomme, ist das natürlich das Sahnehäubchen. 


Hier sind wir tatsächlich "nur" einmal auf dem Deich am Campingplatz vorbeigelaufen, durchatmen am Wasser, Wildgänse beobachten und schon ging es wieder zurück.