Samstag, 30. Mai 2026

Erste Hilfe Schulung

Hand auf´s Herz - Wann hast du zuletzt an einer Schulung für erste Hilfe teilgenommen?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es bei einigen zum Erwerb des Führerscheins war. Damals hieß das noch "Sofortmaßnahmen am Unfallort". Einige haben vielleicht als sie Eltern wurden einen Kurs "Erstversorgung von Kindernotfällen" absolviert. 

Aber wer nicht gerade ehrenamtlich als Pfadfinder oder Rettungsschwimmer o.ä. unterwegs ist, bei dem dürfte der Kurs bereits länger her sein. Einiges hat sich geändert, einiges ist dazu gekommen und so manches gerät in Vergessenheit.

Parkplatz-Schild

Ich bin seit einigen Jahren wieder Ersthelferin auf der Arbeit. Eine gute Möglichkeit, einen Kurs zu besuchen und alle zwei Jahre eine Auffrischung und Festigung zu bekommen. Je öfter ich an so einem Kurs teilnehme, desto sicherer werde ich. Routiniert in eine Ausnahmesituation zu kommen, ist sicherlich von Vorteil. Eine Situation, in der geholfen werden muss, kann schließlich jederzeit auftreten. Daheim, in der Schule, auf Arbeit, beim Sport, im Straßenverkehr,...

Erste Hilfe ist nicht nur die Überbrückung einer lebensbedrohlichen Situation bis der Rettungswagen eintrifft, es geht auch um Unfallvermeidung, Gefahren erkennen, Situationen einschätzen, Krankheiten erkennen. Stichwort: Herzinfarkt, Schlaganfall, Sonnenstich.

Pausenbank

Vor allem Handeln steht immer auch in der Ausnahmesituation einen ruhigen Kopf zu bewahren und stets an den Eigenschutz zu denken: Unfallort absichern, bei Blutungen auf Handschuhe zugreifen ect.

Letzendlich kann aber jeder helfen: durch sehen, durch ansprechen, durch Hilfe rufen und/oder Notruf absetzen und bei dem Patienten zu verweilen, mit ihm zu sprechen und so Trost und/oder Kraft zu spenden, bis der Rettungswagen kommt. Dazu braucht es noch nicht einmal einen Kurs.

Wenn es draußen zu heiß ist, wird die Pause nach drinnen verlegt.

Wir haben zuerst über die 3As gesprochen: Ansehen, Ansprechen, Anfassen

Dann folgt immer die Überprüfung der Atmung: Hals überstrecken, Blick zum Bauch, Ohr über den Mund/Nase. Atmet der Patient? 

Dann darf er in die Stabile Seitenlage. Die ist inzwischen viel leichter als früher. 5Ks sage ich nur: Kaktus, Kuscheln, Knie, Kopf, Kontrolle

Fingerkuppenpflaster aus einem normalen "Wundschnellverband" mit Öhrchen

Kaktus, weil der zugewandte Arm im rechten Winkel abgelegt wird
Kuscheln mit der abgewandten Hand und der Wange (Innenfläsche nach außen, denn beim Übergeben soll das Erbrochene nicht in der Handfläche gesammelt werden / "Kotzrutsche")
Knie, das abgewandte Knie wird angewinkelt und der Patient zu sich selbst gezogen
Kopf wird wieder überstreckt, damit die Atmung nicht durch die Zunge blockiert wird
Kontrolle - auch wenn der Patient erstmal gut liegt, könnte sein, dass sich der Zustand verschlechtert und die Atmung aussetzt.
 
Handverband - selbst angelegt und zwar mit links
 
 
Sollte keine selbständige Atmung vorliegen, ist es wichtig zu handeln. Das Gehirn braucht Sauerstoff und das möglichst schnell, 5 Minuten ohne Atmung kann bereits Schäden verursachen.
30 zu 2 - also 30 Mal Herzdruckmassage und zweimal beatmen.
 
Auf öffentlichen Plätzen, in Arztpraxen, in einigen Betrieben gibt es Defibrillatoren. Die Anwendung an sich ist selbsterklärend, aber wer im Notfall das allererste Mal den Defibrillator benutzen will, verschwendet unter Umständen zu viel Zeit. Es ist empfehlenswert den Defibrillator nur dann zu nutzen, wenn man zu zweit Hilfe leistet.
 
 
 
Helfen ist einfach, Helfen geht in jedem Alter, jeder macht das, was er kann. Nur Nicht-Helfen ist keine Option. Trotz allem NIEMALS Medikamente geben, Hilfe aufzwingen oder sich selbst dabei in Gefahr bringen.
 
Danke liebe Malteser, es war eine tolle und informative Schulung - wir haben dem Sommer und den Temperaturen getrotzt. 

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