Back then ... Plinsen und Taschentücher
In der Küche bewegte sie sich wie ein kleines Orchester. Das Geschirr klapperten leise, der Löffel rührte im Topf, der himmlische Duft von leckerem Eintopf stieg auf. Sie erklärte nebenbei, wie man kocht – manchmal mit Worten, manchmal einfach nur beim Tun. Ich konnte damals ihre Mengenangaben nicht verstehen: „Ein bisschen hiervon, ein bisschen davon, bis es passt.“
Und dann die Eierkuchen! Plinsen, wie sie sie nannte. Fünfhundert Milliliter Buttermilch, Eier, Zucker, Mehl – alles frei Schnauze. Ich staunte. Wer konnte so kochen? Wer konnte einfach fühlen, wann die Konsistenz stimmt?
Wir setzten uns gemeinsam an den Tisch. Mein Bruder, meine Uroma und ich. Löffel klapperten, Teller wurden geschwenkt, Geschichten erzählt, Lachen hallte durch die Küche. Nach dem Essen zog sie sich auf die Terrasse zurück, ging langsam hin und her. Manchmal hörte ich einen kleinen, fast unschuldigen Pups. Ein winziges Geräusch, das mich innerlich kichern ließ – ich habe sie nie darauf angesprochen.
Heute, wenn ich nach dem Essen mit dem Hund Gassi gehe und mir selbst mal ein kleines Pupschen entfleucht, muss ich unwillkürlich an sie denken. An die Kittelschürze, die Plinsen, die leisen, liebevollen Geräusche. Und daran, dass Kochen für mich immer etwas von dieser Freiheit, Kreativität und Liebe trägt, die sie mir gezeigt hat. Ich improvisiere, teste im Kopf, schmecke nach – und koche genau wie sie: aus dem Herzen.

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