Ich war mit meinen Großeltern im Urlaub. In Pottenstein, in der Fränkischen Schweiz.
Wir hatten eine Ferienwohnung unterm Dach. Frühstück gab es in der gemütlichen Pensionsküche. Dort gab es warmen Kakao. Aber nicht den süßen, fertigen Kakao, sondern richtigen, frischen Kakao. Und ich durfte immer selbst Zucker hineinmachen.
Das war Urlaub.
Eines Nachmittags saßen Oma und Opa draußen vor dem Haus und unterhielten sich. Ich durfte noch ein bisschen allein umherstreifen.
Ja, auch ohne Handy.
Ich lief über eine Wiese.
Und dort lag ein Mann.
Einfach so.
Er sonnte sich.
Als ich wieder bei meinen Großeltern war, erzählte ich ganz nebenbei:
„Auf der Wiese lag ein alter Mann.“
Plötzlich waren Oma und Opa alarmiert.
Ich verstand überhaupt nicht, was los war.
Für mich war der Mann schließlich völlig offensichtlich nicht in Gefahr. Er lag da. Sonderbar, aber freiwillig. Bestimmt sonnte er sich. Vielleicht schaute er in den Himmel, beobachtete die Wolken oder einfach nur die Bäume und Vögel.
Aber meine Großeltern hatten offenbar etwas anderes verstanden.
Ein alter Mann lag allein auf einer Wiese.
Da musste doch etwas passiert sein!
Ich wiederholte also noch einmal, dass da ein alter Mann gelegen hatte.
Vermutlich fragte mein Opa irgendwann:
„Wie alt war der denn?“
Ich überlegte.
„Bestimmt 30 oder so.“
Großes Gelächter.
Für mich war das damals eine völlig ernst gemeinte Altersangabe.
Alter ist relativ.
P.S. Das passende Bild zum Beitrag habe ich mit KI Gemini erstellt.

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