Back then – Im Kreis bis zur Einsicht
Ich war ungefähr 25.
Also alt genug, um es besser zu wissen.
Und erfahren genug, um zu wissen, dass ich eigentlich lieber ruhige Tiere reite.
Ich wollte gar nicht reiten.
Mein Freund hatte die Reitbeteiligung.
Ich hatte Stallluft gebucht.
Ein neues Pony. Klein. Kompakt. Bildschön.
Die leichten Kinder durften zuerst.
Sie stiegen auf.
Isabella beschloss, dass das hier ein Zirkeltraining wird.
Dann schaute man mich an.
Und ich fühlte mich – ich sag’s ehrlich – geschmeichelt.
Man traute mir das zu.
Mir. 25. Souverän. In Jeans.
Gleichzeitig rechnete ich innerlich:
85 Kilo.
Pony.
Rücken.
War das verantwortungslos?
Die Stallmädchen standen am Zaun.
Arme verschränkt.
Bereit für das, was gleich schiefgeht.
Ich stieg auf.
Mit Schwung.
Zu viel Schwung.
Für einen kurzen Moment war ich auf dem besten Weg,
auf der anderen Seite direkt wieder abzusteigen.
Vor Publikum.
Ich fing mich.
Natürlich fing ich mich.
Und saß.
Isabella dachte kurz nach.
Dann wurde es schnell.
Sie rannte.
Galopp. Ganze Bahn.
Schnell.
Erstaunlich gut zu sitzen.
Ich hoffte inständig, dass sie einfach im Kreis bleibt.
Keine Richtungswechsel. Keine Experimente.
Nur Kreis.
Kreis ist gut.
Kreis ist planbar.
Dann: Trab.
Schneller Trab auf einem kleinen Pony ist kein Reiten.
Das ist ein orthopädisches Ereignis.
Ich wurde durchgeschüttelt,
während ich versuchte, so zu tun,
als hätte ich alles im Griff.
Hatte ich nicht.
Und dann… wurde sie langsamer.
Schritte weicher.
Atem tiefer.
Sie akzeptierte mich.
Oder sie war einfach fertig.
Ich stieg ab.
Würde noch da.
Wirbelsäule… verhandelbar.
Und irgendwo zwischen Stallgeruch und Zaunpublikum wurde mir klar:
Kuchen ist vielleicht nicht gut für die Figur –
aber manchmal genau das, was ein Pony zur Einsicht bringt.

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