Montag, 26. November 2012

Geschenke

Ich schenke gern. Ich liebe es Dinge (egal welcher Art) zu finden und dann zu verschenken. Ich kann mich immer nur schwer zügeln, wenn ich den Beschenkten bis zu einem bestimmten Tag warten lassen muß. Am liebsten mag ich es immer sofort verschenken oder verraten.

DIESES MAL war ich richtig gut. Ich habe zwei Monate dicht gehalten. OK, das eine oder andere Mal hab ich so Kleinigkeiten verraten, um meine Freundin so ein klitzekleinwenig anzustacheln. Hat auch ganz gut funktioniert *g*

Gestern war es dann endlich soweit: Babyshower bei Hillevi. ganz toller Nachmittag mit vielen lieben Frauen und mal ohne Kinder - einfach entspannt und lecker. Und dann gab es die Geschenke! und ich kann mit Fug und Recht behaupten: meine erste Unikat-handmade-Patchworkdecke kam richtig gut an. (Wieso war ich eigentlich bis zum Schluß unsicher?)

Für alle, die es interessiert - hier die Entstehungsgeschichte:

Schritt 1: mit Kind Stoffe auswählen – am besten im Wintermantel ohne Kinderwagen
Schritt 2: Stoff waschen und bügeln
Schritt 3: ordentlich hinlegen und grübeln wie aus den Stoffstreifen jemals was Schönes werden kann
Stoff gewaschen und gebügelt

Schritt 4: Stoff munter drauf los in lustige Quadrate schneiden, stapeln und das beste hoffen


Schritt 5: alle Stofffetzen mal gepflegt auf dem Boden verteilen – Kind und Laufrad helfen hier richtig gut. Alternativ ist auch ein Besen toll. Aber als Plan schon mal nicht schlecht…. links der Plan! rechts die Detailansicht!






Schritt 6: tolle Stapel bilden… immer in Zweierreihe
Schritt 7: ganz lange Zweierketten an der Nähmaschine anfertigen… links grobe Ansicht. rechts Detailaufnahme

 


Schritt 8: alle Zweierreihenendlosketten auseinanderschneiden und stapeln. im Stapeln bin ich richtig gut geworden. … welche Seite muss noch mal oben liegen damit nachher das Muster stimmt?




Schritt 9: und dabei viel Geduld und Zeit mitbringen und mit jedem kleinen Schritt und jeder kleinen Naht zufrieden sein. Kind ist hier übrigens ratsam… einsetzbar zum Füßchen heben und senken, für den Rückwärtsgang, für Lichtklappe auf und zu *ärgs* , Unterfadentürchen öffnen und so weiter…. anbei schöne Detailaufnahmen
 
 
 
Schritt 10: Bewundern! immer wieder Bewundern wie weit man gekommen ist. hier sind es perfekte 5 Pakete mit Zweierreihen – und schon jetzt deutet sich an, dass die Reihenfolge vom Plan nicht mehr eingehalten werden wird. Es ist eh vollkommen fraglich, ob aus den Häufchen jemals ein Ergebnis zu erwarten ist.

Schritt 11: aus den Zweierreihen Viererreihen danach Sechserreihen, Achterreihen und Zehnerreihen machen. Ist doch ganz easy und logisch
Schritt 12: Mal wieder Muster auslegen (hier noch in Achterreihen) – stimmt es denn wirklich so gar nicht mehr?! nein, geht noch. Aber wie soll daraus eigentlich mal eine Krabbeldecke werden? so mit Rückseite und Vlies und in schön?

Schritt 13: Grübeln… einfach abkürzen und quadratisch werden? nein, mir wurde telefonisch von mehreren Seiten abgeraten, denn wenn das nachher nicht wirklich quadratisch ist, sieht es nicht gut aus. Mist, ich fand die Idee quadratisch - praktisch - schneller fertig - gut

Schritt 14: Zähne zusammenbeißen und weitere Reihen als Muster dranlegen und annähen. Auch hier sind fleißige Mini-Mainzel sehr hilfreich. Wieso liegen sie eigentlich plötzlich nicht mehr auf dem Bügelbrett sondern im Kinderbett?

Schritt 15: SUPI – die Vorderseite ist fertig – der Couchtisch verschwunden. Es eignet sich auch noch perfekt als Tischdecke. Soll ich wirklich weitermachen?

Schritt 16: Mal wieder mit Kind und in voller Wintermontur ins Geschäft – Volumenvlies kaufen und farblich passende Rückseite. Kind abstellen bei dem Knopflager und in Ruhe auswählen. Jetzt muss nicht mehr gerechnet werden wie groß die Rückseite sein muss, jetzt kann einfach geschaut werden. Ist viel praktischer!
Schritt 17: Bastelstunde – man klebt mit Kreppband die Rückseite auf dem Boden fest, danach legt man das Vlies doppellagig aus, anschließend noch die gepatchte Vorderseite drauf und mit vielen bunten Stecknadeln fixieren. Hier hatte ich keine Hilfe – mein Kind hat die Aktion einfach verschlafen.

Schritt 18: aufrollen! mit Nadeln gar nicht so einfach. noch schwerer ist es so aufgerollt zu nähen! Wieso wollt ich das noch mal machen? kann man das nicht fertig kaufen? wie wichtig ist mir noch mal die Freundschaft? was ist mit meinem Ehrgeiz? wieviele Nerven habe ich noch übrig? lässt sich das Baby noch genug Zeit? Wie jetzt – Babyshower? noch vor dem errechneten Termin? noch im November? PANIK!... nein, keine Panik, zur Not gibt es nen Foto und vielleicht wird die Decke ja zur Einschulung fertig. da kann das Baby sie auch bestimmt noch brauchen. und die paßt sicherlich noch in die Einschultüte.

Schritt 19:  Absteppen. Klingt doch so einfach. einfach Naht für Naht. Impressionen gefällig? JA


Schritt 20: FREUEN! Nähmaschine kann steppen und es sieht gut aus. (3er Reihe: Gesamtbild, Detailbild Vorderseite, Detailbild Rückseite)



Schritt 21: verzweifeln über den nächsten Schritt. Wie bekommt man einen schönen Rand hin?
Schritt 22: noch verzweifelter googeln und youtuben und alles auf Englisch finden und dann doch selbst entscheiden und es „einfach machen“ und die Problemstellen einfach bis zum Schluß lassen… frei nach dem Motto: Das wird schon. und siehe DA: es paßt!

Schritt 23: am meisten Kopfzerbrechen kurz vor Ende haben mir die Ecken gemacht, aber auch die haben sich ganz artig eingefügt.


 

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