Ich möchte eine neue Kategorie einführen: ein wenig Nostalgie, ein wenig Klatsch aus der Vergangenheit. Mal spannend, mal lehrreich und manchmal einfach unterhaltend.
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| Putzi am Flughafen Tegel |
Back then… Zwischen Tegel und Tempelhof
Es beginnt am Flughafen Tegel.
Anfang der 80er.
Kein Tier geplant. Kein Käfig vorbereitet. Kein „Wir wollten schon immer…“.
Nur ein Spaziergang.
Und ein Wellensittich auf dem Boden.
Erschöpft. Verirrt.
Mein Cousin zieht sein T-Shirt aus, mein Onkel fängt ihn ein.
Improvisation statt Tiertransportbox.
Wir hatten noch den Käfig unseres ersten grünen Wellensittichs.
Er war leer und stand im Keller rum.
Und so zog Putzi bei uns ein.
Nicht ganz so zutraulich wie unser erster Wellensittich.
Er saß bei meinen Hausaufgaben auf dem Schreibtisch.
Freiflug, sobald ich zu Hause war.
Abends deckte ich den Käfig zu.
Morgens zog ich ihn wieder auf.
Und ließ immer ein kleines Schmummelloch.
Damit wir uns noch sehen konnten.
Dann kamen zwei Wellensittiche zur Pflege. Zwei Wochen.
Drei Vögel, drei Stimmen, drei kleine Persönlichkeiten.
Erst getrennt. Dann zusammen.
Als die beiden wieder abgeholt wurden, blieb meiner allein zurück.
Und ich wusste: Liebe bedeutet manchmal, nicht festhalten.
Also brachten wir ihn hinterher.
Sie lebten viele Jahre zu dritt.
Bis die beiden anderen kurz hintereinander starben.
Und meiner?
Am nächsten Tag flog er durch ein gekipptes Fenster.
Einfach so.
Keine Dramatik. Kein Abschied.
Vielleicht hat er sich erinnert, wo alles begann.
Vielleicht ist er weitergezogen.
Richtung Flughafen Tempelhof.
Die Geschichte startet am Flughafen.
Und vielleicht endet sie dort auch.
Manchmal muss man Tiere loslassen,
nicht weil man sie nicht mehr liebt,
sondern gerade weil man sie liebt.

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